Fahrlässige Tötung

Stromtod in Wanne: Drei Jahre Haft für Vater der Kinder

Kassel. Ein 48-jähriger Mann aus Kassel ist am Montagnachmittag wegen der fahrlässigen Tötung seiner beiden Kinder zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

Wegen des Stromtods seines Sohnes (6) und seiner Tochter (4) in der Badewanne muss der Vater ins Gefängnis. Der 48-jährige Mann aus Kassel ist am Montagnachmittag wegen der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen vor dem Amtsgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann für den Tod seiner beiden Kinder am 10. November 2013 in seiner Wohnung in Rothenditmold verantwortlich ist.

Aktualisiert um 19.40 Uhr

Der Mann hatte damals seine Wohnung für zehn bis 15 Minuten verlassen, um zum Bahnhof zu fahren. Seine Kinder ließ er allein zurück in der Badewanne. Der Mann habe es unterlassen, seine Kinder zu beaufsichtigen, sagte der Vorsitzende Richter Dr. Philipp Kleinherne. Stattdessen habe er seinen Kindern, die sich zuvor in der Wanne auch noch um den besten Platz gestritten hätten und trotz seines Verbots weiteres Wasser in die Wanne ließen, nicht einmal mitgeteilt, dass er die Wohnung verlässt. Der Vater habe gewusst, dass der Rasierapparat am Waschbecken neben der Wanne angeschlossen war. Während seiner Abwesenheit sei der Rasierer in die Wanne gelangt und habe den Stromschlag verursacht.

Allerdings wog das Verhalten des Vaters am schwersten für das Gericht. Nachdem er zurück in der Wohnung war und gesehen habe, dass seinen Kindern offenbar etwas zugestoßen war, habe er zunächst nur den FI-Schutzschalter am Stromkasten betätigt und den Rettungsdienst gerufen. Er habe es aber unterlassen, seine Kinder aus der Wanne zu holen und zu reanimieren, sagte der Richter. „Sie haben in Kauf genommen, dass Ihre Kinder sterben, nur um selbst nicht verdächtigt zu werden“, hatte Staatsanwältin Sabrina Meier in ihrem Plädoyer gesagt. Sie hatte ebenfalls drei Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr gefordert.

Tragödie an der Hersfelder Straße: Kinder sterben in Badewanne

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