Nordhessens SUN-Stadtwerke planen Umstieg auf Erneuerbare

Stromversorger: Wende mit 250 Windrädern

Kassel. 20 bis 30 Windparks mit insgesamt 250 Rädern der neuen Generation sowie ein oder mehrere Gasturbinenkraftwerke sollen das Rückgrat der künftigen Stromversorgung für große Teile Nordhessens bilden.

So steht es im Zukunftskonzept, das die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) gestern in Kassel vorstellte. Zum Verbund gehören kommunale Energieversorger aus Wolfhagen, Kassel, Homberg, Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf und Eschwege.

Zusammen mit dem Kasseler Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) planen die sechs Stadtwerke die Energiewende. Ziel laut Martin Rühl, dem Chef der Stadtwerke Wolfhagen: Bis in 15 Jahren - also kurz nach dem Aus für Deutschlands letztes Atomkraftwerk - soll der Strom für die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Werra-Meißner sowie die Stadt Kassel zu 70 bis 80 Prozent aus eigenen erneuerbaren und dezentralen Quellen kommen.

Die 250 Windkraftanlagen würden 4500 Hektar Platz brauchen - ein gutes Prozent der 4000 Quadratkilometer, die versorgt werden sollen. Etwa anderthalb Milliarden Euro müssten für Wind- und Gaskraftwerke bis 2025 investiert werden. Auf der Habenseite, so Rühl gestern, stünden unter anderem aber 300 Millionen Euro, die künftig Jahr für Jahr in der Region blieben. Bislang fließt dieses Geld von Konten der Stromverbraucher an Großkraftwerk-Stromkonzerne außerhalb. Die Windparks wollen die SUN-Stadtwerke überwiegend selbst entwickeln, um auch hier Wertschöpfung vor Ort zu halten.

So bliebe viel Geld in der Region. Wenn dann noch Stromkunden als Kapitalgeber an der Energiewende beteiligt werden und von Erträgen doppelt profitieren - dann, so hoffen die Macher des SUN-Verbundes, lassen sich auch die häufig umstrittenen, bis zu 200 Meter hohen Windriesen in Nordhessens Landschaft friedlich durchsetzen.  zum tage

Von Wolfgang Riek

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