Stadtverordneter Strube über seinen Austritt aus der CDU

Donald Strube Foto: Archiv

Kassel. Das Kapitel CDU hat Donald Strube vor einer Woche mit seinem Austritt aus der Partei und dem Wechsel in die FDP-Fraktion zugeklappt. Der Schritt sei ihm nicht leichtgefallen, sagt der 46-Jährige, der seit 2006 CDU-Stadtverordneter und seit 2009 Vorsitzender des Stadtbezirksverbands Harleshausen war.

„Die CDU war mein Leben.“ Dennoch bereue er seine Entscheidung nicht: „Was ich getan habe, ist richtig.“

Jetzt will Strube mit der FDP in der Stadtverordnetenversammlung eine Fraktion bilden, aber ohne den Liberalen beizutreten. Mit deren Wahlprogramm habe er die meisten Übereinstimmungen gesehen. Jedoch habe er keinen Fraktionszwang. „Wenn ich nicht überzeugt bin, stimme ich nicht mit ihnen.“ Auf die Arbeit in der Stavo freue er sich. „Ich werde schon ordentlich Anträge einbringen.“

Ausschlaggebend für den CDU-Austritt sei die „Schönrederei“ des Wahlergebnisses durch Parteivorsitzende Eva Kühne-Hörmann gewesen, so Strube. Schon im Vorfeld habe ihn die „selbstherrliche Auswahl“ des OB-Kandidaten Wegener geärgert und die Zusammenstellung der Liste für die Kommunalwahl, bei der nur Getreue der Vorsitzenden auf den ersten Plätzen standen. Warum hat er dann die Konsequenzen nicht früher gezogen? „Ich hatte gehofft, dass sich nach der Wahl etwas ändert und man sagt: Wir haben Fehler gemacht. Dann wäre ich geblieben.“

Wegen seines Wechsels zur FDP habe er noch keine „bösen Anrufe“ von Wählern bekommen, die ihn als CDU-Mann angekreuzt hatten, sagt Donald Strube. Er sei sicher, dass er viele Stimmen - und nicht nur von CDU-Wählern - als Person und weniger als Parteimann bekommen habe.

Abschied beim Stammtisch

Sein Stadtbezirksverband habe ihm allerdings „den Kopf gewaschen“, weil er vorher nicht über den Rücktritt informiert habe. Am Dienstagabend war Strube zum offenen CDU-Stammtisch in Harleshausen gekommen, um sich von seinen ehemaligen Parteifreunden zu verabschieden. Der sei mit 18 Mitgliedern außerordentlich gut besucht gewesen, sagt Schriftführer Martin Kiok. Für Strubes Verärgerung über den Führungsstil und die fehlende Einsicht nach der Wahl habe es „uneingeschränktes Verständnis“ gegeben. „Aber wenn man Kritik an den Verhältnissen äußert und dann die Partei verlässt, kann man nicht an der Veränderung mitwirken.“ Dafür hätte die Harleshäuser CDU gern auf Strube und den ebenfalls ausgetretenen Lutz Schmidt (stellvertretender Stadtbezirksverbandsvorsitzender) gezählt.

Wann Neuwahlen in dem jetzt führungslosen Stadtbezirksverband stattfinden, stehe noch nicht fest. Bisher gebe es noch keine Interessenten für den Vorsitz, sagt Kiok. „Es reißt sich keiner darum.“

Von Katja Rudolph

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