25-Jähriger als Angeklagter vor Gericht

Prozess: Student nach Uni-Party von hinten mit Messer attackiert

Kassel. Auf dem Nachhauseweg von der Uni-Party in der Ingenieurschule spürte ein 24-jähriger am 1. Mai dieses Jahres plötzlich einen Stoß von hinten. „Da wurde mein Bein nass.“ Erst da realisierte er, dass ihm jemand einen Messerstich versetzt hatte und ihm Blut am Bein hinab lief. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Mit einer acht Zentimeter tiefen Wunde wurde er in das Krankenhaus eingeliefert, wo er zwei Tage verbringen musste. Der 25-Jährige, der ihm diese Verletzung zugefügt haben soll, sitzt seit dieser Woche auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Dort schwieg er zu dem Vorwurf.

Der 24-Jährige hatte wenige Minuten vor dem Stich einen Streit schlichten wollen, da soll der Angeklagte einen seiner Freunde angegriffen haben. Der später verletzte junge Mann wollte dazwischen gehen, doch die Wogen glätteten sich schlagartig wieder. Wenig später bekam er ein Messer ins Gesäß gerammt.

Ob der Mann auf der Anklagebank zugestochen hatte, konnte der Student nicht mit Bestimmtheit sagen, denn sowohl während der Rangelei mit seinem Freund als auch nach der Attacke auf ihn selbst hatte er den Angreifer lediglich von hinten gesehen.

Auch seine Begleiterin, die sich sofort nach dem Stich umgedreht hatte, war sich nicht sicher ob der Angeklagte der Täter war. Die Polizei hatte ihr über 300 Bilder gezeigt, aus denen sie eines aufgrund der Augen und der Haarfarbe ausgewählt hatte, nur „mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit“ erkannte sie den Mann auf der Anklagebank wieder.

Der Verletzte war von einer beherzten 26-Jährigen ins Krankenhaus gefahren worden. Sie hatte, wie sie am Donnerstag als Zeugin erzählte, bereits während der Party eine unschöne Begegnung mit dem Angeklagten gehabt: Er fragte sie, ob sie Türkin sei, und als sie verneinte soll er entgegnet haben: „Das ist dein Glück, ansonsten hätte ich dir die Kehle durchgeschnitten.“ Dabei stand er ihr von Angesicht zu Angesicht gegenüber.

Auch ein angehender Polizeibeamter, der Gast der Uni-Party gewesen war, hatte an jenem Abend in der Ingenieurschule unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Angeklagten geschlossen, als er an der Bar von dem 25-Jährigen angerempelt wurde. Später beobachtete er, wie der Angeklagte andere Besucher der Party provozieren wollte. Als er am nächsten Tag zum Dienst kam, schaute er sich die Vorkommnisse der vergangenen Nacht an und fand dort auch einen Vermerk über den Vorfall vor der Ingenieurschule. Später erkannt er auf einem Foto den Mann wieder, mit dem er an der Bar aneinander geraten war.

Der Prozess am 9. Dezember fortgesetzt werden. (pas)

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