Studenten-Ansturm bringt Mensen an Grenzen

Kassel. Für Fast Food waren die mehrfach ausgezeichneten Mensen des Studentenwerks nie bekannt. Nun aber gibt es das schnelle Essen auch aus einem anderen Grund nicht: Wegen des Studenten-Ansturms auf die Uni Kassel müssen hungrige Studenten mehr Zeit zum Mittagessen mitbringen.

In den Schlangen vor der Essensausgabe warten sie in den Stoßzeiten bis zu 15 Minuten.

Mit dem derzeit entstehenden Erweiterungsbau der Zentralmensa ist zum Herbst 2012 Abhilfe in Sicht – aber vorerst werde sich das Problem verschärfen, fürchtet der Asta. „Die Situation ist nicht erst seit diesem Semester angespannt. Aber derzeit ist es zwischen 12 und 13 Uhr in der Zentralmensa sowie im Bistro K10 besonders extrem“, sagt Sebastian Weise-Kusche, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta). Viele würden sich gar nicht erst in die Schlangen stellen. „Wenn zwischen zwei Veranstaltungen nur eine halbe Stunde Pause ist, reicht das nicht zum Essen“, sagt Weise-Kusche.

Diese Erfahrung haben auch die Studenten Matthias Weber, Moritz Hielscher und Tim Conrads sowie Matthias Vonrhein und Caroline Glinicke gemacht, die wir in der Zentralmensa und im Bistro K10 trafen. Das Essen sei gut, aber man müsse Zeit mitbringen. Besonders lang seien die Schlangen zu Wochenbeginn. Wer sein Essen auf dem Tablett durch den Kassenbereich balanciert hat, steht vor einem weiteren Problem: die Platzsuche. Am Donnerstag waren sowohl in der Zentralmensa wie auch im K10 nur vereinzelt Sitzplätze frei. Größere Gruppen hatten kaum Chancen.

Kein Wunder: Als die Mensa 1988 eröffnet wurde, war sie für täglich 2400 Gäste geplant worden, heute wird sie von 3500 genutzt. Mit dem Erweiterungsbau der Zentralmensa, der bis zum Wintersemester 2012 fertig sein soll, wird sich die Lage entspannen. Davon sind sowohl Asta als auch das Studentenwerk überzeugt.

Zurzeit bietet die Zentralmensa 696 Plätze, mit dem 1000 Quadratmeter großen Anbau sollen 425 hinzukommen. Auch werden die Ausgabebereiche für die Speisen mehr als verdoppelt, und es entstehen zusätzliche Kassen. „Die langen Schlangen werden dann der Vergangenheit angehören“, sagt Klaus Sausmikat, Bauleiter der Universität. In der erweiterten Zentralmensa können dann bis zu 4650 Essen täglich ausgegeben werden.

Für die Arbeiten am Erweiterungsbau bleibt die Zentralmensa von Juli bis September geschlossen – und eventuell auch für einige Tage im Januar. Während der Asta dies mit Sorge sieht und als Zwischenlösung eine Erweiterung des K10 ins Spiel bringt, gibt sich das Studentenwerk gelassen. Die kleineren Gastronomien auf dem Campus (TorCafé, Café ProWiso, Café International, Pavillon, Bistro K10) böten ausreichend Alternativen zur Zentralmensa, sagte Studentenwerkssprecherin Brigitte Schwarz.

Von Bastian Ludwig

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