Uni-Ranking: Das sind Kassels Schwachstellen

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Auch sie waren zu Gast: Diese internationalen Teilnehmer der Sommer-Universität 2011 der Kasseler Hochschule waren nur für wenige Wochen in Kassel und zeigten sich sehr zufrieden. Sie sind aber nicht regulär eingeschrieben und durften an der Studentenbefragung nicht teilnehmen.

Kassel. Es trifft die alteingesessenen Kasseler ins nordhessische Mark: Ausländische Studenten halten die Stadt als Lebensstandort für Studenten für vergleichsweise unattraktiv.

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Dies mag zunächst widersprüchlich erscheinen, denn vergangenes Jahr landete die Stadt bei einem Städtevergleich der „Wirtschaftswoche“ in punkto Lebensqualität auf einem Spitzenplatz.

Der Unterschied liegt zum einen daran, dass diesmal keine statistischen Zahlen (Mietpreise etc.) ausgewertet, sondern Studenten befragt wurden. Zum anderen sind die Kategorien anders gefasst. Hier einige der 87 Kategorien, zu denen die internationalen Studenten aus 208 Hochschulen (davon 34 aus Deutschland) befragt wurden:

Lebensqualität: In puncto Wohlfühlfaktor schneidet die Stadt bei den ausländischen Studenten eher schlecht ab: Platz 168, bundesweit auch nur Platz 31.

• Direktes Umfeld der Universität: Platz 134, Platz 29 bundesweit. „Wir haben halt einen Campus an einem ehemaligen Industriestandort“, sagt Uni-Sprecher Rijkhoek zu diesem Befund.

Lebenshaltungskosten: Hier kann Kassel punkten: Platz 21, bundesweit Platz 16.

Wohnkosten: Vor allem international liegt Kassel auf einem guten 37. Platz, bundesweit Platz 20.

• Der Karriere-Service für Absolventen der Uni schneidet besonders im deutschlandweiten Hochschul-Vergleich sehr gut ab. Weltweit wird offenbar noch mehr getan: Platz 87, bundesweit Platz 4.

• Für die Studentenberatung gilt etwas Ähnliches wie für die Karriere-Beratung: International nur Platz 144, aber Platz 5 bundesweit.

• Bei der technischen Ausstattung schneidet die Universität weit unterdurchschnittlich ab: Platz 154, bundesweit Platz 30.

• Unter den deutschen Hochschulen gilt der Kasseler Campus als vergleichsweise unsicher, weltweit steht er aber gut da. Deshalb unterscheidet sich das Bild bei der Frage nach der Sicherheit stark: International Platz 85, bundesweit aber nur Platz 29 von 34.

• Die Möglichkeiten, neben dem Studium Geld zu verdienen, sind in Kassel eher gut: Platz 90, bundesweit Platz 21.

• Mit 2500 ausländischen Studenten ist die 20 150 Studenten zählende Uni multikultureller als viele andere. Darauf stellt sie sich in einigen Bereichen offenbar ein. Deshalb gibt es bei der Frage nach der multikulturellen Ausrichtung gute Werte: Platz 81, bundesweit Platz 11.

• Mit dem Zustand der Gebäude auf dem Campus sind die Studenten durchschnittlich zufrieden: Platz 131, bundesweit Platz 17.

• Ausbaufähig sind die Angebote für ausländische Studenten, die frisch nach Kassel kommen. Die Angebote zur Begrüßung und Einführung an der Uni, auf die sich mehrere Fragen der Studie beziehen, werden schlecht bewertet. „Das werden wir uns genau ansehen und daran arbeiten“, sagt Uni-Sprecher Rijkhoek.

• Gesamt: Platz 115, bundesweit Platz 20. Trotz der durchschnittlichen Werte antworteten viele Studenten auf die Frage, ob die Situation in den jeweiligen Bereichen dennoch zufriedenstellend ist, mit Ja.

Von Bastian Ludwig

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