Bau des neuen Seminargebäudes kann erst im April beginnen - Boden an der Ahna ist zu weich

Studenten lernen im Finanzamt

Vier Seminarräume entstehen: So soll das neue Gebäude gegenüber der Unibibliothek aussehen. Foto: Strunz&Strunz

Nordstadt. Vier neue Seminarräume sollten eigentlich ab April in einem neuen Gebäude auf dem Uni-Campus am Holländischen Platz zur Verfügung stehen. Jetzt verzögert sich der Bau, sodass die Studenten im bevorstehenden Sommersemester auf Räume im ehemaligen Finanzamt Spohrstraße in der Innenstadt ausweichen müssen.

Die Standortverwaltung der Universität hat dort Flächen angemietet. Betroffen ist nach Angaben der Uni vor allem der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, der das neue Seminargebäude hauptsächlich nutzen sollte.

Grund für die Verzögerung ist der Boden auf der Baufläche an der Ahna: Er ist nach den Ergebnissen eines Bodengutachtens zu weich für das geplante Gebäude, in dem vier Seminarräume für je 100 Personen und vier Lehrmittelräume entstehen sollen. Der Boden auf dem Grundstück unmittelbar neben dem Bach bestehe im oberen Bereich aus Geröllschichten, die nicht tragfähig seien, erklärt Lothar Dörr, Immobilienmanager der Uni Kassel. Der belastbare Boden liege in fünf Meter Tiefe.

Daher müssten sechs Meter tiefe Betonpfähle im Boden versenkt werden. Diese liegen laut Dörr auf der tragfähigen tieferen Erdschicht auf und können die Standfestigkeit gewährleisten. Am nächsten Montag soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, die Fertigstellung der Gebäude ist jetzt für Juli vorgesehen.

Insgesamt verteuere sich das Bauprojekt um 400 000 Euro auf 1,8 Millionen Euro, sagt Klaus Sausmikat, Leiter der Abteilung Bau, Technik, Liegenschaften. Finanziert wird der Anbau an das bestehende Technikgebäude I/II aus Mitteln des Hochschulpaktes, also vom Land. Die etwa 10 000 Euro Mietkosten für die Ersatzräume wird die Universität allerdings selbst tragen müssen. Zum nächsten Wintersemester soll der Neubau dann bezugsfertig sein.

Es handelt sich um einen Systembau aus vorgefertigten Modulen. Bei dieser Bauweise komme es zu sehr hohen Einzellasten, die einen stabilen Baugrund benötigten - insbesondere für den Aufzugturm und die Brandwand zum Technikgebäude. Bei einer ersten Besichtigung des Grundstücks war davon ausgegangen worden, dass Fundamente des fest installierten Krans und eine starke Betonplatte diese Lasten tragen könnten. Der Bodengutachter hatte dann im Januar festgestellt, dass der Baugrund stabiler gemacht werden muss. (rud)

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