Privates Team der Uni hat Internetplattform entwickelt

www.stupo.net: Neues Studi-Netzwerk kommt aus Kassel

Mehr als ein soziales Netzwerk: Nach fast zweijähriger Vorbereitung werden Alex Müller (links) und Matthias Koch ihre neue Internet-Plattform am Montag zum Semesterbeginn freischalten. Im Hintergrund Grafiker Thomas Tietz (von links), Adelina Mazrekaj, Programmierer Bastian Meier und Phatthiya Chaobovorn. Foto: Schaffner

Kassel Ein soziales Netzwerk speziell für Studenten – neu ist diese Idee nicht. Schon Facebook ging aus einem Jahrgangsverzeichnis für Studenten hervor, StudiVZ startete ebenfalls als reine Studentenplattform. Jetzt haben Studenten der Uni Kassel auch ein Onlineportal für Studenten entwickelt.

Und wollen aus den Fehlern anderer Anbieter lernen. Pünktlich zum Semesterbeginn wird die Homepage (www.stupo.net) am Montag offiziell freigeschaltet.

Geht es nach Alex Müller, der das hauptsächlich privat finanzierte Projekt leitet, soll Stupo (Studentenportal) bundesweit einschlagen. „Wir möchten mit unserer Seite alle Studenten in Deutschland erreichen“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Um für diese 2,5 Millionen Menschen ein Angebot zu schaffen, hat Müller mit Matthias Koch (Kommunikationsmanagement, 26), Programmierer Bastian Meier (34), Grafiker Thomas Tietz (27) und weiteren Helfern eineinhalb Jahre Arbeit in die Entwicklung der Internetseite investiert.

Wie die meisten kostenlosen Online-Angebote soll sich Stupo über Werbung finanzieren. Die Plattform vereint das, was gängige soziale Netzwerke leisten, und verfügt über verschiedene Zusatzfunktionen. Dazu zählen unter anderem ein Kalender mit Stundenplan, Lerngruppenorganisation und ein „Mensen-Button“ für die Mensa-Verabredung. Über ein interaktives schwarzes Brett, für das keine Anmeldung notwendig ist, können aber auch Nicht-Studenten die Plattform nutzen. „Das können Opa Krause sein, der eine Wohnung vermietet, Oberstufenschüler, die Nachhilfelehrer suchen, aber auch Firmen mit Nebenjobs“, sagt Müller.

Zudem vernetzt die Plattform Informationen sämtlicher Hochschulen Deutschlands sowie Tipps rund ums Studentenleben. „Zwar gibt es schon viele Info-Seiten im Internet, aber wir bieten jetzt für Studenten alles Relevante auf einer Seite“, sagt Koch.

StudiVZ hat gezeigt, wie schnell ein soziales Netzwerk wachsen kann. 2005 von zwei Studenten gegründet, hatte das später auch für Schüler und Nicht-Studenten erweiterte Portal 2009 zwischenzeitlich mehr als sechs Millionen Nutzer. Wegen fehlender technischer Neuerungen folgte aber auch der ebenso rasche Niedergang: Vor Kurzem zählte das Netzwerk nur noch knapp 600 000 Nutzer.

Alex Müller und sein Team wollen daraus lernen. „Wir möchten relevant bleiben und unser Angebot stets aktualisieren“, sagt der 34-Jährige. So folgt im Winter eine Smartphone-App, die Studenten arbeiten auch schon an einer englischsprachigen Version. „Langfristig Facebook angreifen zu wollen, wäre aber unglaubwürdig“, relativiert Koch. Schließlich sei das weltweit größte soziale Netzwerk inzwischen eine Plattform für jedermann. Stupo hingegen solle ein Angebot speziell für Studenten bleiben.

Von Sebastian Schaffner

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