Singlewohnungen wurden um 42 Prozent teurer

Uni-Städte-Vergleich: Stärkster Mietpreisanstieg in Kassel

Zulauf ist ungebrochen: An der Uni Kassel studieren inzwischen fast 24.000 junge Menschen. Im Jahr 2007 waren es nur 16 300. Deshalb ist nicht nur der Campus stetig gewachsen, sondern auch der Druck auf den Kasseler Wohnungsmarkt. Foto: dpa

Kassel. Mit den Einschreibungen an der Uni Kassel steigt auch die Nachfrage nach kleinen Wohnungen, was deren Mietpreise jetzt in die Höhe trieb.

Nach einer aktuellen Auswertung des Immobilienportals Immowelt.de, das alle Uni-Städte mit mehr als 20.000 Studenten unter die Lupe nahm, sind die Mieten für kleine Appartements nirgends so gestiegen wie in Kassel. Eine im Schnitt 42-prozentige Preissteigerung hat es nach Angaben von Immowelt seit 2010 auf dem Kasseler Wohnungsmarkt gegeben. Die Zahlen beziehen sich nur auf Neuvermietungen von Wohnungen bis 40 Quadratmeter und basieren auf sämtlichen Inseraten, die in den vergangenen Jahren auf dem Internetportal Immowelt eingestellt waren.

Trotz der sprunghaften Erhöhung sind die Kasseler Mieten im Vergleich mit anderen Uni-Städten weiterhin moderat. Obwohl die Durchschnittsmiete von 6,20 auf 8,80 Euro pro Quadratmeter (Kaltmiete) stieg, liegt sie damit immer noch deutlich unter dem Niveau anderer Universitätsstädte in den alten Bundesländern. So müssen Studenten im benachbarten Göttingen im Schnitt 10,20 Euro pro Quadratmeter für ihre Bleibe bezahlen. In Marburg sind es 10,50 Euro.

Am günstigsten ist es in Bochum mit 6,30 Euro, am teuersten in München mit 17,40 Euro. Mit der Preissteigerung von 42 Prozent sei Kassel ein heißer Kandidat für die von der Bundesregierung beschlossene Mietpreisbremse, sagt Claudia Franke, Sprecherin von Immowelt. Mit der Mietpreisbremse dürfen Eigentümer künftig bei Neuvermietungen nur noch zehn Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichmiete verlangen. Neubauten und umfangreich sanierte Wohnungen sind davon ausgeschlossen.

Zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete bedarf es optimaler Weise eines Mietpreisspiegels. Einen solchen will die Stadt wegen der Kosten von 100.000 bis 150.000 Euro dennoch nicht erstellen lassen. Jede Veröffentlichung von Mieten könne sich preissteigernd auf den Markt auswirken, begründet die Stadt.

Hintergrund:

Die Attraktivität der Uni Kassel ist immer weiter gestiegen. Die Zahl der Studenten liegt heute bei 23.700. Im Vergleich zum Wintersemester 2007/08, als es nur 16.300 waren, ist dies ein Zuwachs um etwa ein Drittel.

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