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Günstiger Wohnraum für Studenten ist in Kassel rar

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Von: Katja Rudolph

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Studentischer Mitarbeiter Philipp Misoch an der Infotheke des Studierendenwerks im Campus Center
Hofft auf viele Angebote von Vermietern: Philipp Misoch erlebt an der Infotheke des Studierendenwerks im Campus Center, wie schwierig die Wohnungssuche für Studierende ist. © Rudolph, Katja

Zum Start des Wintersemesters im Oktober ist die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt in Kassel so angespannt wie lange nicht mehr.

Kassel – Nach zwei Jahren, in denen die Lehre wegen Corona komplett oder teilweise online stattfand, beginnt erstmals wieder ein Wintersemester in Präsenz. Neben den Studienanfängern ziehen daher auch viele Studierende wieder in Campusnähe, die zuletzt mitunter aus ihren heimischen Kinderzimmern gelernt haben.

Der großen Nachfrage steht ein außergewöhnlich kleines Angebot an bezahlbarem Wohnraum gegenüber. In der Online-Wohnraumbörse des Studierendenwerks finden sich aktuell lediglich 35 Angebote. Das sei der niedrigste Stand seit der Einführung des Portals im Jahr 2014, sagt Mitarbeiter Philipp Misoch. Weitere Zimmer und Wohnungen von privaten Vermietern werden dringend gesucht.

Die Universität erwartet mehr als 4000 Erstsemester in Kassel und Witzenhausen. Insgesamt waren zuletzt 23 700 Studierende eingeschrieben. Von den knapp 1100 Wohnheimplätzen des Studierendenwerks werden zum Wintersemester lediglich 300 frei. Diese sind bereits vergeben. Auf der Warteliste stehen 700 weitere Bewerber, sagt Michael Fuchs, Leiter der Abteilung Studentisches Wohnen. Das seien deutlich mehr als sonst.

Die Versorgungsquote mit Wohnheimplätzen ist in Kassel mit 5,8 Prozent deutlich schlechter als in anderen Universitätsstädten. Der Bundesschnitt liegt einer aktuellen Auswertung des Moses-Mendelssohn-Instituts zufolge bei 9,5 Prozent. Viele Jahre sei der Wohnungsmarkt in Kassel so entspannt gewesen, dass es zu Semesterstart zwar vorübergehende Engpässe gab, aber alle Studierenden schließlich ein Dach über dem Kopf fanden, sagt der Fachmann vom Studierendenwerk. „Das scheint sich jetzt zu verändern.“

Ein Ausbau der Wohnheimplätze sei nur mit öffentlicher Förderung möglich, wenn die Mieten günstig bleiben sollen, sagt Fuchs. Derzeit liegt der Durchschnittspreis bei 280 Euro inklusive aller Nebenkosten.

Eigentlich wollte das Studierendenwerk ab Oktober den Standort Wolfhager Straße 10 modernisieren und in diesem Zuge 40 weitere Wohnheimplätze schaffen. Weil die vor drei Jahren kalkulierten Kosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro sich inzwischen fast verdoppelt hätten, so Fuchs, habe man das Vorhaben nun vorerst stoppen müssen.

Auch die Mietpreise auf dem Wohnungsmarkt haben kräftig angezogen: Die Kosten für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft sind in Kassel innerhalb von einem Jahr um 12 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts hervor. Ein WG-Zimmer – in der Regel die günstigste Option jenseits der öffentlich geförderten Wohnheime – kostet demnach durchschnittlich 350 Euro. Damit liegt Kassel zwar unterhalb des deutschen Mittelwerts (435 Euro), der prozentuale Preisanstieg fällt aber sogar etwas stärker aus als im Bundesschnitt. (Katja Rudolph)

Wohnungsbörse und Speed-Dating: Vermieter gesucht

Private Vermieter können ihre Zimmer- und Wohnungsangebote kostenlos über die Webseite des Studierendenwerks veröffentlichen: studierendenwerk-kassel.de/wohnungsboerse

Telefonisch nimmt das Studierendenwerk Angebote unter 05 61/ 8 04-25 52 an der Infotheke im Campus Center entgegen. Diese ist montags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr besetzt. Zu diesen Zeiten kann man auch persönlich vorbeikommen (Campus Center, Moritzstr. 18, Ebene 3).

Das Studierendenwerk setzt auch auf ein persönliches Kennenlernen im lockeren Rahmen, um Vermieter und wohnungssuchende Studis zusammenzubringen. Am Freitag, 23. September, 13 bis 15 Uhr, findet ein Speed-Dating an der Infotheke im Campus Center statt.

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