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Studierende der Universität Kassel entwickelten hybride Stadtführung für vierte Klassen

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Der Medientisch: Die vierte Klasse der Heideweg-Schule beim Testlauf für die hybride Stadtführung „Mittelalterliches Kassel“ im Stadtmuseum.
Der Medientisch: Die vierte Klasse der Heideweg-Schule beim Testlauf für die hybride Stadtführung „Mittelalterliches Kassel“ im Stadtmuseum. © STADTMUSEUM KASSEL/nh

Das Stadtmuseum Kassel bietet eine neue hybride Stadtführung für vierte Klassen an. Entwickelt wurde das Programm von zwei Studentinnen der Universität Kassel.

Kassel – Für gewöhnlich wird in Schulen und an Universitäten gelernt. Doch auch Museen können als außerschulische Lernorte für Kinder und Erwachsene interessant sein. Das haben sich auch die Grundschullehramts-Studentinnen Feline Herbst und Frederike Havighorst gedacht. Sie haben die hybride Stadtführung mit digitalen und analogen Abschnitten „Mittelalterliches Kassel – Kinder entdecken Geschichte“ für das Stadtmuseum Kassel entwickelt. Diese richtet sich vor allem an vierte Klassen. Nach einer kurzen Einführung im Museum begeben sich Lehrer und Klasse durch Kassel, um einige mittelalterliche Gebäude zu besuchen.

Die Vorbereitungen

Entstanden ist die Idee in einem Seminar von Dr. Anna Schnädelbach, Lehrbeauftragte im Fachgebiet Didaktik der Geschichte, die auch ausgebildete Museumskuratorin ist. Die Aufgabe war eine geschichtliche Museumsausstellung zu konzipieren. „In der vierten Klasse steht das Thema „Meine Stadt“ auf dem Lehrplan“, sagt Anna Schnädelbach. Schulen oder Lehrer für solche Programme zu gewinnen, sei einfacher, wenn Museumsthemen auf dem Lehrplan stehen. „Das ist eine Win-Win-Situation“, sagt Anna Schnädelbach. Denn Studierende aus dem Seminar können ihre theoretischen Vorkenntnisse anwenden. Außerdem bringen sie neue, frische Ideen ins Museum.

Warum sind gerade Museen gute Lernorte? „Das Museum ist der zentrale Ort für Geschichte“, sagt Anna Schnädelbach. Deshalb werden Museen auch als außerschulische Lernorte genutzt. An Artefakten, Bildern und Statuen kann Geschichte greifbar werden. „Geschichte ist sonst ein sehr textlastiges Fach.“ Gerade für jüngere Kinder sei die Geschichtsvermittlung im Museum leichter. Das Geschichtsbewusstsein sei schon da, es sei jedoch nicht so konkret wie bei älteren Kindern.

Für die Stadtführung haben sich die beiden Studentinnen Feline Herbst und Frederike Havighorst zunächst das Stadtmuseum und dann mittelalterliche Bauten in Kassel angesehen. Die Wahl fiel auf sechs Gebäude: die Martinskirche, der Druselturm, die Markthalle, das Rondell, die Brüderkirche und der Zwehrenturm. Sie liegen dicht beieinander und sind für Kinder gut zu erreichen.

Die Stadtführung

Zunächst gibt es eine kurze Einführung für die Schüler im Stadtmuseum. Danach geht es an den Medientisch, auf dem animierte Filme zur Historie der Stadt Kassel gezeigt werden. Der Film „Eine Stadt entsteht“ befasst sich mit der Gründung von Kassel, das 913 erstmals urkundlich erwähnt wird. Im Film „Kampf gegen die Elemente“ werden Naturkatastrophen wie Hochwasser, Pest und Feuer aus dem Mittelalter gezeigt – Naturkatastrophen seien auch ein aktuelles Thema, sagt Anna Schnädelbach.

Die Kinder bekommen dann einen laminierten Stadtplan und Folienstifte, mit denen sie die mittelalterlichen Bauten markieren können. Dann geht die Klasse gemeinsam durch die Stadt. Zwei bis drei Stunden sind für die Entdeckungstour eingeplant. Am Ende gibt es für alle Kinder eine Urkunde, egal wie viele Bauten sie gesehen haben.

Die Kooperation

Seit 2017 besteht eine Kooperation zwischen der Universität und dem Kasseler Stadtmuseum. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Wissenschaft. Diese treffe im Museum auf die Praxis, sagt Antje Goebel vom Kulturamt Kassel. Kosten fallen für die Schulklassen nicht an, wenn sie an der hybriden Stadtführung teilnehmen. (Amir Selim)

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