Bahn rät, Verbindungen zu überprüfen

Sturmtief Xavier: Zugverkehr in der Region kehrt langsam zur Normalität zurück

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Am Freitagmorgen hat sich am Infoschalter des Bahnhofs Wilhelmshöhe in Kassel eine lange Schlange gebildet.

Kassel/Göttingen. Auch am Tag nach den Verwüstungen durch "Xavier" gibt es in Kassel sowie im Norden Deutschlands noch massive Einschränkungen des Bahnverkehrs. Erst am Wochenende kehrt der Zugverkehr allmählich zur Normalität zurück.

Aktualisiert um 21.10 Uhr: Der Zugverkehr der Deutschen Bahn in Nordhessen und Südniedersachsen kehrt nach dem Sturm "Xavier" am Wochenende langsam zur Normalität zurück. Die Strecken im Regionalverkehr in Südniedersachsen sollen spätestens am Samstagmorgen wieder befahrbar sein, so die Bahn. Wer allerdings noch weiter nach Norden oder Osten will, könnte Probleme bekommen - einige Strecken wie Bremen-Hannover, Hamburg-Berlin oder Leer-Bremen können erst ab Sonntag oder Anfang kommender Woche befahren werden. 

Aktuelle Meldungen und Informationen zu Zugausfällen im Regionalverkehr hat die Bahn hier bereitgestellt.

Wie eine Sprecherin am Freitagabend bestätigte, soll ab Samstag, 7. Oktober, auch die Fernverkehrsstrecke zwischen Frankfurt und Berlin über Kassel und Göttingen wieder benutzt werden können. Zuvor hieß es, die Haltestellen Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg würden bis auf weiteres ausfallen.

Die letzten Einschränkungen im Nahverkehr in Norddeutschland sollen laut Deutscher Bahn erst am Montagmorgen wieder vollständig behoben sein. Besonders in Berlin und Magdeburg fallen bis dahin noch viele S-Bahnen aus.

Die Bahn rät ihren Kunden dazu, die Zugverbindung vor Fahrtantritt zu überprüfen. Das können Sie hier tun.

Metronom gibt Reisewarnung aus

Mit einer Reisewarnung hat die Bahngesellschaft Metronom Fahrgäste dazu aufgefordert, am Freitag und am Wochenende auf Bahnreisen zu verzichten. Nach dem Sturmtief "Xavier" sei nicht absehbar, wann die Strecken wieder zuverlässig befahren werden können. Die Buskapazitäten seien derzeit vollkommen ausgeschöpft, es könnten auch keine zusätzlichen Busfahrten eingerichtet werden, zudem seien die großen Bahnhöfe überfüllt.

Tickets bleiben gültig

Laut Auskunft der Bahn sind die Zugtickets mit Gültigkeit von Donnerstag, 5. Oktober noch bis einschließlich 15. Oktober ohne weitere Bescheinigung nutzbar - auch bei Fahrscheinen mit Zugbindung. Wer ganz auf seine Reise verzichtet, kann das Ticket ohne Gebühr zurückgeben. 

Die Bahn hat eine kostenlose Sondertelefonnummer 0 8000 99 66 33 für Reiseauskünfte geschaltet.

Ursprünglicher Artikel: Einschränkungen am Tag nach dem Sturm

Reisende und Pendler müssen auch einen Tag nach Sturmtief "Xavier" mit massiven Einschränkungen rechnen: Noch den ganzen Tag kommt es laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn zu Zugausfällen, erheblichen Verspätungen und langen Wartezeiten an Bahnhöfen. Am Freitagmittag meldete die Deutsche Bahn, dass die betroffenen Bahnstrecken mithilfe von Hubschraubern erkundet werden. 

Die Strecke Kassel-Wilhelmshöhe nach Hannover ist inzwischen wieder frei, durch die Zugausfälle im Norden bleiben dennoch viele Fernverbindungen stark beeinträchtigt: Der Verkehr nach Berlin und Hamburg bleibe bis auf weiteres außer Betrieb, heißt es vor Ort, und Züge beispielsweise nach Kiel, Stuttgart, München oder in die Schweiz können ausfallen oder mit großer Verspätung abfahren. Die Bahn rät, Durchsagen zu beachten und die Online-Fahrpläne zu checken. Alle An- und Abfahrten gibt es zudem hier

"Kassel ist wichtiger Drehpunkt für unsere Mitarbeiter", erklärt die Sprecherin. Da das Personal teilweise außerplanmäßig nachts gearbeitet habe und sich durch die Zugausfälle zudem nicht wie geplant am richtigen Ort befinde, könne es auch nicht am geplanten Ort eingesetzt werden. Außerdem befinden sich die Züge nicht an den vorgesehenen Bahnhöfen. Es werde sicher noch den ganzen Tag dauern, bis sich der Verkehr wieder normalisiere. "Das Umlaufsystem ist komplett durcheinander geraten, er muss sich erst wieder einpendeln", so die Sprecherin. Für die Regionalzüge werden allerdings keine Ausfälle gemeldet. 

Beeinträchtigungen in Niedersachsen

In Niedersachsen sind die Strecken der Züge RE5 zwischen Cuxhaven und Hamburg, RE4 und RB41 zwischen Hamburg und Bremen voraussichtlich bis weit in den Tag hinein gesperrt. Bei der RE3 und der RB31 zwischen Lüneburg und Hamburg ist mit Verspätungen zu rechnen. Die Haltestellen Radbruch und Bardowick können nicht angefahren werden. Die Strecke zwischen Uelzen und Lüneburg ist noch ganz gesperrt. Die Bahn rechnet damit, dass sie gegen 6.30 wieder befahrbar ist, allerdings ebenfalls mit Verspätungen. Die R2 fährt zwischen Uelzen und Hannover nicht und zwischen Hannover und Göttingen ist mit Verspätungen zu rechnen. 

Bei der RE50 ist die Strecke zwischen Braunschweig und Hildesheim gesperrt und auf der Teilstrecke Hildesheim - Braunschweig fahren Züge mit Verspätung. Zwischen Wolfsburg und Hannover ist mit der RE30 kein Zugverkehr möglich. 

In Bremen fahren keine Züge der Nordwestbahn um und nach Bremen. Betroffen sind die Strecken von Bremen nach Oldenburg, Verden, Bremerhaven und nach Diepholz fallen Züge voraussichtlich den ganzen Tag aus, weil die Gleise immer noch nicht freigeräumt sind. In und um Bremen sind Busse und die Straßenbahn im Einsatz. 

In Hamburg und Schleswig-Holstein ist auf der Strecke zwischen Neumünster und Hamburg der Bahnbetrieb zwischen Elmshorn und Hamburg eingestellt. Bei der S-Bahn in Hamburg sind die Teilstrecken der S21 zwischen Bergedorf und Aumühle und bei der S3 zwischen Neugraben und Stade gesperrt. Auf diesen Strecken sind Ersatzbusse im Einsatz. In Mecklenburg-Vorpommern fahren mindestens bis 10.00 Uhr keine Züge zwischen Schwerin und Hamburg. Auch auf Strecken wie Ludwigslust-Schwerin und Pasewalk-Bützow gibt es Ausfälle. 

Die Straßen sind in Norddeutschland weitgehend wieder befahrbar. Die meisten Bäume sind weggeräumt. In Hamburg hatte die Feuerwehr in der Nacht mehr als ein Dutzend Einsätze wegen überfluteter Keller. Sie erwarten noch mehr Einsätze.

Übernachten am Bahnhof

Tausende Reisende sind am Abend am Bahnhof Wilhelmshöhe gestrandet. Vier Übernachtungszüge standen in Kassel für sie bereit: drei am Bahnhof Wilhelmshöhe, einer am Hauptbahnhof. Laut Auskunft der Deutschen Bahn wurden sie von etwa 1000 Menschen genutzt. In einem IC wurden zudem zahlreiche Fahrräder gelagert. Hier gehts zu unserer Reportage aus einem Übernachtungszug.

Auch am Göttinger Bahnhof sind Reisende am Donnerstagabend gestrandet.

Das Sturmtief Xavier

Das Sturmtief hatte am Donnerstag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Am späten Abend entspannte sich zumindest die Wetterlage. Beim Verkehr ist eine Beruhigung der Situation noch nicht absehbar. 

Während der Nacht waren hunderte Mitarbeiter mit 20 Reperaturzügen in Deutschland im Einsatz.

mit dpa

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