Steuergelder für viele Einrichtungen

Subventionen: Karte fürs Theater müsste 150 Euro kosten

Kassel. Morgens für 16 Euro ins Auebad, mittags für 28 Euro ins Brüder-Grimm-Museum und abends für 150 Euro in die Oper: So viel müsste der jeweilige Eintritt ungefähr kosten, um die Ausgaben der Einrichtungen zu decken.

Damit Freizeitgestaltung nicht zum Luxus wird, subventionieren Stadt und Land die Angebote mit Millionen. Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel fordert, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt stärker am jeweiligen Zuspruch der Angebote zu orientieren. Es gebe nichts Schlimmeres, als Einrichtungen mit Steuergeld der Bürger zu bezahlen, die kaum genutzt werden.

Lesen Sie auch:

- Kämmerer Barthel im Interview: Zuschüsse an Publikumserfolg orientieren

Auf die Zahl der Nutzer gerechnet wird das Staatstheater am stärksten unterstützt. Es konnte seinen Zuschussbedarf aber seit 2010 von 136 auf 125 Euro pro Besucher reduzieren. Direktor Dr. Frank Depenheuer sieht sein Haus auf einem guten Weg. Er macht aber klar, dass Theater ihre Kosten mangels Nachfrage nie durch Erträge decken könnten. Es sei ein hohes Gut, das durch subventionierte Eintrittspreise (aktuell zwischen 10 und 40 Euro) einer breiten Bevölkerung zugänglich werde.

Bei den städtischen Museen fällt der Zuschuss sehr unterschiedlich aus. Während das Naturkundemuseum wegen seines großen Publikumszuspruchs (2013: 86.000 Gäste) mit 14 Euro pro Besucher bezuschusst werden muss, sind es beim Brüder-Grimm-Museum (31.000 Gäste) 25 Euro.

Auch andere öffentliche Einrichtungen kommen ohne die Finanzierung durch Steuergeld nicht aus. Ein Besuch in den Hallen- und Freibädern müsste im Durchschnitt zwölf Euro mehr kosten, damit die Kosten gedeckt wären.

Die 45 Mio. Fahrgäste, die jährlich mit Bussen und Bahnen der KVG unterwegs sind, müssten im Schnitt für jede Fahrt 58 Cent mehr bezahlen, damit die KVG auf Zuschüsse verzichten könnte. Bei Ausleihen in der Zentralbibliothek wäre eine Gebühr von 3,31 Euro pro Ausleihe zusätzlich nötig.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © Archiv: Fischer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.