Auf der Suche nach Gesangstalenten: Pro7 castet wieder in Kassel

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Weite Anreise hat sich gelohnt: Finnja, Frederica, Maria, Miriam und Vivian kamen extra aus Kiel zum Casting nach Kassel.

Kassel. Sara holt ihren roten Nagellack aus der schwarzen Ledertasche und lackiert sich die Fingernägel. Ihre Hand zittert. Sie sitzt auf dem blauen Stuhl im Warteraum des Kasseler Hotels Best Western, ihre Beine hat sie übereinandergeschlagen, ihr rechter Fuß wippt hin und her.

Die 17-Jährige wartet auf ihren Auftritt vor der Jury. Sara hat sich beim Casting für die neue ProSieben-Sendung „The Voice of Germany“ beworben. In kleinen Gruppen treten die Sänger vor einen Stimmtrainer und einen Talentsucher von der Plattenfirma Universal Music, hat sie gehört. „Besser als allein“, sagt die Schülerin und streicht sich die braunen Haare zurück. Die Sendung ist keine normale Castingshow, jeder kann mitmachen. Es geht nicht um das Äußere, nur die Stimme zählt. 150 Bewerber schaffen es in die Fernsehsendungen, in denen dann die prominente Jury mit dem Rücken zu den Sängern sitzt.

Sara knirscht mit den Zähnen, ihr Kaugummi ist schon ganz platt gekaut. „Sie ist schon singend auf die Welt gekommen“, sagt ihre Tante Selma, die als Unterstützerin mitgekommen ist. Die 17-jährige Lohfeldenerin singt auch manchmal im Kasseler Staatstheater. Bei einem Casting ist sie zum ersten Mal. Was Sara gleich vor der Jury singen wird, weiß sie noch nicht, sie hat viele Lieder im Gepäck.

Jubel auf dem Flur

Draußen auf dem Flur des Hotels ertönt schrilles Jubelgeschrei. Die vier Freundinnen Finnja, Miriam, Vivian und Frederica empfangen ihre Freundin Maria. Sie rennt die blauen Stufen ins Foyer hinunter und strahlt. Die 16-Jährige hat es geschafft, sie ist eine Runde weiter. „Da hat es sich doch gelohnt, dass ich extra aus Kiel gekommen bin“, sagt sie und hat eine Träne im Auge. 2007 hat sie schon vor Dieter Bohlen beim Supertalent mit ihrer Hip-Hop-Gruppe getanzt, deshalb sei sie trainiert, was die Aufregung angeht. Sie ist als einzige aus ihrer Gruppe weitergekommen, vielleicht lag es an dem Lied – „New York, New York“ von Liza Minelli. Traurige Gesichter hingegen bei den anderen auf dem Flur.

Eigentlich möchte Sara Jura studieren, sagt sie, steht auf, hält ihren Kopf aus der Tür und schaut um die Ecke. „Wenn es doch jetzt endlich losgehen würde“, sagt die Jacob-Grimm-Schülerin. Sie wartet jetzt seit einer halben Stunde. Neben ihr sitzt die blonde Marta Gacal. Die 21-Jährige hält einen Zettel mit lila Buchstaben in der Hand – ihren Text. Unruhig faltet sie ihn immer kleiner.

Sara wird aufgerufen, in kleinen Schritten geht sie aus der Tür. 20 Minuten später die niederschmetternde Nachricht: Sie hat es nicht geschafft. „Die richtig Guten werden oft nicht genommen“, sagt Marta zum Schluss. Auch sie hat es heute nicht geschafft. (bf)

Von Mareike Nicklas

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