Interviewer gehen „ungeklärten Fällen“ bei Gebäudezählung nach – Start im Landkreis

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Auf der Spur der Immobilien: Bei der Gebäude- und Wohnungszählung haben nicht alle angeschriebenen Eigentümer geantwortet. Den Zweifelsfällen wird jetzt vor Ort nachgegangen.

Kassel / Kreis Kassel. Das große Zählen hat 2012 noch kein Ende. Für die Gebäude- und Wohnungszählung - ein Teil des Zensus 2011, der eigentlich per Post oder online abgewickelt werden sollte - machen sich jetzt wie bei der Haushaltebefragung auch Interviewer auf die Socken.

Sie werden den Fällen nachgehen, in denen die angeschriebenen Eigentümer sich nicht gerührt haben.

Zwischen 16. Januar und 10. Februar geht es zunächst in den kleineren Kommunen des Landkreises Kassel los. Im Frühjahr sollen die Kreis-Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern (darunter Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Schauenburg, Baunatal, Vellmar und Fuldatal) sowie die Stadt Kassel folgen.

Alle Haus- und Wohnungseigentümer hatten im vergangenen Frühjahr Post bekommen mit der Aufforderung, Auskunft zu ihrem Wohneigentum zu geben. Hessenweit seien 91 Prozent ihrer Auskunftspflicht nachgekommen, teilt Nadine Koch von der Zensus-Erhebungsstelle des Landkreises Kassel mit. Wer sich bis Ende Oktober nicht gemeldet hatte, erhielt eine nochmalige Aufforderung vom Statistischen Landesamt. All diejenigen, die auch darauf nicht reagierten, bekommen jetzt Besuch von einem Interviewer, der die Aufgabe hat, den Fragebogen vor Ort mit dem Eigentümer auszufüllen.

In den meisten Fällen gehe es nicht um die Verweigerung der Auskunft, sagt Koch. Sondern darum, dass man gar nicht wisse, wer der aktuelle Eigentümer ist oder ob es die genannte Adresse überhaupt gibt. In den kleineren Landkreis-Kommunen handelt es sich um 1500 solcher ungeklärten Fälle. Insgesamt wurden im Landkreis 70 500 Adressen angeschrieben.

In der Stadt Kassel waren 50 000 Immobilieneigentümer angeschrieben worden. Corinna Kranert von der Städtischen Erhebungsstelle rechnet damit, dass im Frühjahr bei der sogenannten Ersatzvornahme etwa 900 Adressen aufgesucht werden müssen, bei denen es keine Antwort gab. Dabei könne es auch sein, dass in den zugrunde liegenden Registern falsche Adressen kursierten. So könne es sein, dass eine Hausnummer 26 a angegeben sei, in Wirklichkeit aber nur eine Nr. 26 existiere. Solche falschen Daten hatten in der Region schon für Schlagzeilen gesorgt.

Karteileichen will man jetzt also vor Ort entlarven. Die Befragung, die ab 16. Januar in den kleineren Landkreis-Gemeinden beginnt, wird von ehrenamtlichen Interviewern vorgenommen, die sich ausweisen können. Gefragt wird unter anderem nach der Art und Größe sowie der Bewohnerzahl der Immobilie.

Erhebungsstelle des Landkreises: Tel. 0561/10 03 17 70.

Von Katja Rudolph

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