Opposition kritisiert rot-grünen Magistrat

Suche nach Nachfolger für Klinikum-Chef Sontheimer

Verlässt Kassel: Gerhard M. Sontheimer.

Kassel. Ausführliche Antworten von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zur Lage im Klinik-Konzern GNH hatten sich die Fraktionen von CDU und Demokratie erneuern / Freie Wähler (DeFW) am Montag in der Stadtverordnetenversammlung erhofft.

Doch Hilgen, der seit Kurzem wieder an der Spitze des Aufsichtsrates der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) steht, schickte Dr. Jürgen Barthel (SPD) als zuständigen Dezernenten vor. Und der antwortete mit „allgemeinem Blablabla“, wie CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett dann kritisierte.

Verwunderlich ist es nicht, dass Hilgen und seine Dezernenten sich beim Thema GNH derzeit eher zugeknöpft geben. Nach der im Aufsichtsrat gescheiterten Wiederwahl von Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer sucht das Gremium unter Hilgens Führung derzeit intensiv einen Nachfolger. Auch mit Blick auf gesetzliche Vorgaben werde er keine Details zum aktuellen Stand des Personalverfahrens preisgeben, sagte Barthel. Aber er versicherte, dass dem Aufsichtsrat von der Findungskommission ein „qualifizierter Vorschlag präsentiert wird“, sodass „eine angemessene Personalentscheidung“ getroffen werde.

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Sontheimers Vertrag läuft noch bis Ende März 2015. Ob dann ein neuer Vorstandsvorsitzender bei der GNH seine Arbeit aufnimmt, ist fraglich. Zumindest wenn der Nachfolger noch in einem anderen Unternehmen unter Vertrag steht. Abhängig ist das auch von der Entscheidung im Aufsichtsrat, der vor Weihnachten noch einmal tagen soll.

CDU und DeFW nutzten die Debatte, um noch einmal an die Rolle von Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) zu erinnern. Als Aufsichtsratsvorsitzender hatte sich Kaiser seinerzeit für eine Wiederwahl Sontheimers starkgemacht, doch die Mehrheit im Aufsichtsrat um Landrat Uwe Schmidt (SPD) und die Arbeitnehmervertreter war dagegen. Kaiser sei „gescheitert und zurecht zurückgetreten“ als Aufsichtsratsvorsitzender, sagte Wett.

Angesichts dieser Vorgeschichte werde es nicht leicht, einen Nachfolger für Sontheimer zu finden – den „Garanten des wirtschaftlichen Erfolgs“, so Wett. Diese „unnötige Personalentscheidung“ bezeichnete DeFW-Fraktionsvorsitzender Bernd Häfner als „sehr gefährliches Spiel“ mit der GNH, die wirtschaftlich noch gut dastehe. SPD-Fraktionschef Christian Geselle wies Häfners und Wetts Anwürfe als unredliche Polemiken zurück, die „der Sache nicht angemessen“ seien. Der Aufsichtsrat habe nun einmal so entschieden, „und damit müssen wir jetzt leben“. (clm)

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