Bauplatz soll bis Ende des Jahres feststehen

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Zweisprachig lernen von Anfang an: Die auf Initiative von Wintershall geplante Internationale Grundschule soll 2014/15 starten. Archivfoto: dpa

Kassel. Ende des Jahres soll feststehen, wo die geplante Internationale Grundschule in Kassel gebaut werden könnte. Nach Angaben des Erdöl- und Erdgasunternehmens Wintershall werde dabei der Technologiepark Marbachshöhe „intensiv geprüft“.

Dort hat Wintershall, auf dessen Initiative die zweisprachige Schule in Kassel zurückgeht, bereits einen Betriebskindergarten.

Über ein Grundstück an der Johanna-Wäscher-Straße führe man bereits Verhandlungen, sagte Projektleiter Thomas Frenzel vom Bildungsunternehmen Phorms Education (Berlin), das Träger der Privatschule sein soll, auf Anfrage. Aber auch weitere mögliche Standorte würden geprüft. Man strebe an, noch dieses Jahr eine Entscheidung über den Standort zu treffen.

Das Ziel, die zweisprachige Grundschule zum Schuljahr 2014/15 zu eröffnen, verfolge man weiterhin, sagte Frenzel. „Wir wissen, dass das ein sportlicher Zeitplan ist.“ Bis dahin muss der Neubau geplant, genehmigt, gebaut und ausgestattet werden.

Thomas Frenzel

Das Interesse an der internationalen Grundschule in Kassel ist offenbar groß. Laut Frenzel liegen bisher etwa 100 unverbindliche Anmeldungen vor. „Das ist ein guter Wert.“ Das offizielle Anmeldeverfahren solle im Herbst nächsten Jahres beginnen.

Damit es sich für Phorms rechnet, müssten mindestens zwei erste Klassen voll werden. „Einzügig ist die Schule nicht wirtschaftlich zu betreiben“, erklärt der Projektleiter. Das heißt, zum Schulstart müssten mindestens 44 Erstklässer antreten. Bei Phorms liegt die Klassengröße in der Regel bei 22 Schülern. Zum Start solle außerdem mindestens eine Vorschulklasse eingerichtet werden.

Kontakt: Phorms Education, Camilla Grei, Tel. 030/311 67 81 99, E-Mail: camilla.grei@phorms.de http://internationale-grundschule-kassel.phorms.de

Das Bildungsunternehmen rechnet mit Kosten von zwei Millionen Euro jährlich für den Betrieb einer zweizügigen Grundschule. Zur Höhe des Schulgelds könne man derzeit noch keine genauen Angaben machen, sagte Frenzel. In den anderen Phorms-Schulen an sechs Standorten in Deutschland, die alle ein Ganztagsangebot haben, liegt es je nach Elterneinkommen zwischen 200 und 800 Euro pro Monat. Wintershall hatte bereits angekündigt, im ersten Schülerjahrgang zehn Stipendien für die Dauer von vier Jahren zu vergeben, um auch Kindern aus einkommensschwachen Familien den Besuch der zweisprachigen Grundschule zu ermögliche.

Elementarer Baustein bei der Finanzierung der Schule sei die Anerkennung als staatliche Ersatzschule, sagte Frenzel. Ersatzschulen, durch deren Besuch die Schulpflicht erfüllt wird, bekommen 75 Prozent der Personalkosten, die an staatlichen Schulen pro Schüler anfallen. An dieser Finanzierung gab es bereits vereinzelt Kritik, unter anderem von den Grünen. Die internationale Schule trete finanziell damit in Konkurrenz zu bestehenden Schulen, an denen es bereits einen Investitionsstau gebe.

Von Katja Rudolph

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