Verwundeten Tieren auf der Spur

Suche nach verletztem Wild: Schweißhunde und ihre Führer

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Eingespielte Teams: (von links) Die Nachsuchengespanne Karl-Heinz Hecker und Rüde Gizmo, Roland Feuring und Hündin Wiebke sowie Rainer Fritz Batz und Hündin Dana-Isa zeichnen sich durch Erfahrung, Gespür und feine Nasen aus.

Helsa. Wenn ein Reh oder ein Wildschwein angefahren wurde oder bei der Jagd nach dem Schuss nicht auffindbar ist, dann begeben sich Profis auf die Suche nach ihm. Speziell ausgebildete Hundeführer und ihre Vierbeiner, sogenannte Nachsuchengespanne, spüren dem verletzten Tier nach.

Rainer Fritz Batz aus Helsa bildet mit seinem Hannoverschen Schweißhund (Schweiß ist die waidmännische Bezeichnung für das Blut des Wildes) Dana-Isa solch ein Gespann. Der Hannoversche Schweißhund zeichnet sich durch einen ruhigen Charakter aus und ist sehr empfindsam und ausdauernd. Deshalb eignet sich diese Rasse besonders für die Nachsuche.

Der Berufsjäger Batz und seine siebenjährige Hündin sind ein eingespieltes Team bei der Spurensuche. „Die Arbeit besteht aus 50 Prozent Hund und 50 Prozent Hundeführer“, erklärt Batz. „Wenn Wissen und Können von Hund und Hundeführer nicht zusammenpassen, dann funktioniert die Nachsuche nicht.“ Bei seinem Einsatz trägt der Hundeführer spezielle Kleidung, beispielsweise eine Hose, die stichfest ist und bei einem Wildschweinangriff Schutz bietet.

Der Hund trägt neben einem Warnhalsband heute in der Regel einen GPS-Sender. Auf diese Weise kann er von seinem Hundeführer angepeilt und gefunden werden, wenn er außer dessen Sicht- und Hörweite geraten ist.

Spezialistin fürs Nachsuchen: Der Hannoversche Schweißhund Dana-Isa.

Wenn der Hund das verletzte Wild aufgespürt hat, stellt er es, bis der Hundeführer es erlegen kann. Dabei steht der Tierschutz im Vordergrund: „Unser Ziel ist, ein verletztes Tier zu suchen und schnellstmöglich von seinen Qualen zu erlösen“, sagt Roland Feuring. Gemeinsam mit der achtjährigen Hündin Wiebke geht der Spangenberger (Schwalm-Eder-Kreis) auf Nachsuche. Ein Schweißhund müsse die notwendige Ruhe haben und fährtentreu sein, sich also durch nichts von der zu verfolgenden Fährte ablenken lassen, erklärt der Berufsjäger.

Auch die Anforderungen an den Hundeführer seien hoch, ergänzt sein Kollege Karl-Heinz Hecker aus Willershausen (Landkreis Waldeck-Frankenberg): „Er muss über gute Kondition verfügen, um dem Hund folgen zu können“, sagt der Forstwirt, der mit seinem Hund Gizmo ein Team bildet. Denn bei einem Einsatz muss ein Gespann schon mal bis zu 15 Kilometer zurücklegen – bei Wind und Wetter. Außerdem müsse er großes wildbiologisches Wissen haben. Und auch eine Portion Idealismus gehöre dazu, sagt Batz. Bei jährlich weit über 100 ehrenamtlichen Einsätzen pro Team verwundert das nicht.

Von Nicole Schippers

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