Stadtteil zwischen Frankfurter Straße, Weinberg und Karlsaue präsentiert sich

Südstadt feiert Kassel 1100

Gehört zur Südstadt: Die Aue mit der Orangerie. Foto:  Herzog

Südstadt. Charakteristisch für die Südstadt ist die Grünfläche: Den Großteil des Stadtteils nimmt der Landschaftspark Karlsaue ein. Die bebaute Fläche macht nicht mal die Hälfte dieses Quartiers aus. Auch ein Teil des Parks Schönfeld gehört zur Südstadt, ebenso wie ein Abschnitt des idyllischen Fuldaufers mit Bootshäusern, Cafés und Restaurants.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kasseler Vorstadt im Jahr 1274 – damals noch als Dorf. Jahrhunderte später - in der Zeit der Industrialisierung im 19 Jahrhundert- entstanden an der Frankfurter Straße viele Wohn- und Geschäftshäuser. Entlang dieser Verkehrsader war Industrie nur vereinzelt ansässig. Im 19. Jahrhundert erhielt der Bereich unterhalb des Weinberges auch den Namen Frankfurter-Tor-Viertel.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Gebäude des Stadtteils von Fliegerbomben beschädigt oder ganz zerstört. Am 4. April 1945 rollten die Truppen der US-Armee über die Frankfurter Straße in das zerstörte Kassel ein.

Die Südstadt, die sich links und rechts entlang der Frankfurter Straße befindet, ist heute ein lebendiger Stadtteil: Neben Nachkriegsbauten gibt es historische Bauten, darunter sind viele Jugendstilhäuser zu finden. Die Infrastruktur bietet Läden, Kitas, Schulen, Postfilialen, Banken, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten – teilweise sogar bis Mitternacht. Die Südstadt ist zudem der erste Stadtteil mit einer Fahrradstraße. Das Auefeld, das sich westlich der Frankfurter Straße befindet, wird von einer genossenschaftlichen Wohnanlage dominiert. Diese entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier findet man auch die Markuskirche, die 1960 erbaut wurde.

An der Grenze zum südlich benachbarten Stadtteil Niederzwehren breitet sich ein kleines Gewerbegebiet aus. Dort ist auch das Presse- und Druckzentrum der HNA ansässig. Sporteinrichtungen wie die Eissporthalle, Großsporthalle, Auestadion und weitere Anlagen sind südwestlich der Karlsaue konzentriert.

Ein besonders Umfeld hat sich rund um die Kunsthochschule in der Menzelstraße entwickelt: Dort halten sich die Studenten und Kunstschaffende auf. Am Fuß des Weinberges hat sich mit der Zeit eine Galeristenszene etabliert. Auch das verstorbene Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto-Heinrich Kühner lebte in der Südstadt. Heute ist ihr Haus an der Hans-Böckler-Straße ein Literaturhaus. (mho)

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