Eröffnung im Februar

Neustart bei Fleischerei Rohde: Metzger Jonsson übernimmt Betrieb in der Südstadt

Fleischermeister Jens Jonsson und seine Partnerin Anja Schröbel vor der ehemaligen Fleischerei Rohde an der Frankfurter Straße 67.
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Im Februar geht’s wieder los: Fleischermeister Jens Jonsson und seine Partnerin Anja Schröbel betreiben künftig das seit 2017 geschlossene Ladengeschäft sowie auch die Wurstproduktion an der Frankfurter Straße 67.

Ahle Wurscht für Kunden in ganz Deutschland hat die Kasseler Fleischerei Rohde geliefert. Jetzt hat die Familie die Produktion aufgegeben, doch es gibt einen Geschäftsnachfolger.

Kassel - In die seit drei Jahren geschlossene Fleischerei Rohde an der Frankfurter Straße 67 kehrt im Februar wieder Leben ein: Fleischermeister Jens Jonsson und seine Partnerin Anja Schröbel wollen nicht nur das Ladengeschäft wieder eröffnen, sie übernehmen auch die Produktionsstätte für nordhessische Ahle Wurscht samt den Reifekammern, die über mehrere Altbauten auf dem Gelände verteilt sind.

Von dort wurden bis vor einiger Zeit noch Geschäfte und Privatkunden in ganz Deutschland mit Rohdes Wurst beliefert. Dass die Familie nach der Ladenschließung inzwischen auch die Wurstproduktion eingestellt hat, war zunächst nur betroffenen Handelspartnern aufgefallen – so wie Jens Jonsson, der die Würste in seinen beiden Kasseler Fleischergeschäften im Sortiment hatte.

Gegen den Branchentrend wächst Jonssons Unternehmen in Zeiten, wo traditionelle Metzgerläden reihenweise dicht machen. Vor zwei Jahren hatte Jonsson die Fleischerei Barthel an der Wilhelmsstraße übernommen, wenige Monate später die Metzgerei Waßmuth in Niederzwehren. Zum Konzept der Läden gehört, dass dort auch ausgewählte Produkte von regionalen Kollegen der Fleischerzunft verkauft werden.

Trotz der Corona-Probleme laufe es gut, sagen Jens Jonsson und Anja Schröbel. Schon länger hätten sie Ausschau nach größeren Produktionsräumen gesucht, weil die Kapazitäten im ehemaligen Waßmuth-Laden nicht ausreichten. Neben der Herstellung von Wurstwaren und der Reifung von Edelfleisch geht es dabei auch um Mittagstisch- und Catering-Angebote. „Wir platzen dort aus allen Nähten“, sagt Jonsson.

Mit Dieter Rohde sei er seit langem bekannt. Als er kürzlich erfahren habe, dass die Familie perspektivisch nicht mehr weitermachen will, sei man sich schnell handelseinig über einen Pachtvertrag geworden. Die zentrale Lage und die gute technische Ausstattung seien „für uns ein Glücksgriff“, sagt Jonsson.

Im Februar soll es dort losgehen – unter dem eigenen Firmennamen und mit einem ganz neu aufgebauten Produktsortiment. „Für Ahle Wurscht ist Rohde ein großer Name in Kassel. Wir wollen das aber nicht kopieren“, betont Anja Schröbel. Was sich allerdings nicht ändern werde, sei der hohe Qualitätsanspruch, ergänzt Jens Jonsson.

Für die nordhessische Spezialität gelte: „Wie früher, nur Naturgewürze und in der Lehmkammer gereift.“ Und natürlich müsse die traditionelle schlachtwarme Verarbeitung beim Wurstmachen gewährleistet sein. Dafür arbeite man mit einem bäuerlichen Schlachtbetrieb im Werra-Meißner-Kreis zusammen.

Für die Vergrößerung samt drittem Laden braucht der Fleischerbetrieb mit derzeit zehn Mitarbeitern, davon drei Azubis, noch etwa ein halbes Dutzend weiterer Kräfte – eine ziemliche Herausforderung angesichts des Personalproblems in der Branche. Anja Schröbel weiß. das und bleibt dennoch optimistisch: „Ich hoffe, dass unser Mut belohnt wird.“ (Axel Schwarz)

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