Trennung der Hortgruppen war eingehalten worden

Corona-Ausbruch an Grundschule: Quarantäne für Hortkinder teilweise aufgehoben

Über 230 Mädchen und Jungen gehen hier zur Schule: Der Hort der Auefeldschule in der Südstadt ist seit gestern geschlossen. Für Leiterin Nicole Rudolph kommt das eine Schulschließung nahe. Archiv
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Über 230 Mädchen und Jungen gehen hier zur Schule: Der Hort der Auefeldschule in der Südstadt ist seit gestern geschlossen. Für Leiterin Nicole Rudolph kommt das eine Schulschließung nahe. Archiv

Im Hort der Auefeldschule gab es mehrere Corona-Fälle. Das Gesundheitsamt schickte am Dienstag (07.12.2021) alle Kinder in Quarantäne. Am Donnerstag wurde die Quarantäne teilweise aufgehoben.

Artikel wurde aktualisiert am Donnerstag, 9. Dezember: Derzeit ist die Auefeldschule von einem größeren Infektionsgeschehen betroffen. Die vom Gesundheitsamt Region Kassel ausgesprochene Quarantäne für die Hortkinder konnte aber teilweise am Donnerstag aufgehoben werden. „Das Ermittlerteam des Gesundheitsamtes hat nun alle Unterlagen zur Prüfung vorliegen. Die Kolleginnen und Kollegen haben noch am selben Tag alle Kontaktfälle gesichtet. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Trennung der Hortgruppen doch eingehalten wurde und es keine Vermischung der Gruppen gab“, so Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote zum aktuellen Stand.

Die Kinder aus den Klassen eins, zwei und vier hatten den letzten Kontakt zu den infizierten Kindern vor sieben Tagen. Daher können sich die Betroffenen ohne Symptome per offiziellem Antigentest freitesten. „Bei 52 infizierten Personen und 169 Kontaktpersonen dauert es eine Weile, bis alle Informationen gesammelt und bewertet werden können. Die Quarantäne für alle war, bei der zunächst unübersichtlichen Infektionslage, die richtige Entscheidung“, erläutert Gote weiter.

Die Verkürzung der Quarantäne sei durch die schnelle Klärung der Infektionslage nach genauer Prüfung aller Informationen und Sachverhalte ein positives Ergebnis der Ermittlungsarbeit. Gote weiter: „Auch wir hätten diese Klarheit gerne schneller gehabt, aber die Komplexität dieses Falles hat es uns nicht früher ermöglicht. Daher gilt mein Dank vor allem den Eltern, die uns zum großen Teil viel Verständnis für unsere Vorsicht zu diesem Zeitpunkt der 4. Pandemie-Welle entgegengebracht haben.“ Die Klärung für die 3. Klasse läuft noch, da diese Kinder hatten noch später Kontakt zu infizierten Personen gehabt haben könnten.

Artikel von Mittwoch, 8. Dezember: Corona-Ausbruch an Grundschule: 169 Kinder in Quarantäne

Der Frust unter den Eltern der Auefeldschule ist groß: Am Dienstag (07.12.2021) erfuhren sie, dass die 169 Kinder des dortigen Hortes wegen mehrerer Corona-Fälle für 14 Tage in Quarantäne müssen. Die Entscheidung hat beträchtliche Auswirkungen auf die Schule mit mehr als 230 Mädchen und Jungen in der Südstadt. Für Leiterin Nicole Rudolph „kommt das einer Schulschließung nahe“, wie sie sagt. Insgesamt 52 Personen sind bisher positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Infiziert sind aktuell 49 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte.

Alle positiv getesteten Personen müssen sich unverzüglich in Quarantäne begeben, heißt es vom Gesundheitsamt. Sie können sich, sofern keine Krankheitsanzeichen vorliegen, ab dem siebten Tag nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person mit einem PCR-Test freitesten. Besteht ein vollständiger Impfschutz ist das Freitesten per PCR-Nachweis auch ab dem fünften Tag nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person möglich, ab dem siebten Tag mit einem qualifizierten Antigen-Schnelltest.

Corona-Ausbruch an Schule in Kassel: Genesene Kinder dürfen weiter in den Unterricht

Auch wenn genesene Hort-Kinder weiter in den Unterricht dürfen, saßen gestern in manchen Klassen nur noch ein bis drei Schüler. Normaler Unterricht ist kaum mehr möglich. Viele Eltern seien über die „völlig unverhältnismäßige Entscheidung fassungslos und wütend“, schrieb uns ein Leser, der uns auf den Fall aufmerksam gemacht hatte. Eltern, mit denen wir geredet haben und die nicht namentlich genannt werden wollen, bestätigen das.

Mit der Quarantäne-Anordnung will das Gesundheitsamt nicht nur die Infektionsketten unterbrechen, sondern „auch besonders vulnerable Gruppen unter den Betreuten schützen“, wie Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote (Grüne) auf Anfrage mitteilte. In die Auefeldschule gehen auch Kinder der August-Fricke-Schule mit speziellem Förderbedarf. Gote weiß, „dass die Quarantäne der Kinder sehr vielen Eltern erneut alles abverlangt“. Doch sie hoffe auf die Mithilfe und das Verständnis, „dass wir die Infektionskette nur so unterbrechen können“.

Corona-Ausbruch in Kassel: „Die Kinder müssen es wieder ausbaden“

Laut dem Gesundheitsamt können sich positiv getestete Personen ab dem siebten Tag nach dem Kontakt mit einem PCR-Test freitesten. Die Eltern erhielten am Mittwochabend jedoch eine E-Mail mit dem Hinweis, dass Kinder der Jahrgänge 1, 2 und 4 nach einem zertifizierten Negativ-Schnelltest wieder in die Schule dürfen. Ob das später auch für die Drittklässler gilt, war noch offen. Denn dort habe es noch am Dienstag einen positiven Selbsttest gegeben.

Für eine berufstätige Mutter, die sich kurzfristig um die Betreuung ihres Sohnes kümmern musste, ist die Entscheidung des Gesundheitsamts symptomatisch für viele Maßnahmen in der Pandemie: „Die Kinder müssen es wieder ausbaden.“ (Kathrin Meyer und Matthias Lohr)

Auch ein Pflegeheim in Neukirchen befindet sich Corona-Quarantäne. Die Beschäftigten bekämpfen den Ausbruch.

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