Es bestand keine unmittelbare Gefahr 

Kampfmittelexperten entdeckten Bomben auf der Kasseler Hessenkampfbahn 

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Bombenfund auf der Hessenkampfbahn: Unter dem Fußballplatz steckte in etwa 1,20 Meter Tiefe diese Brandbombe. Sie wurde gestern von den Kampfmittelexperten Winfried Bieker (re.) und Christian Schäfer entdeckt.

Kassel. Unter der Hessenkampfbahn am Auedamm hat der Kampfmittelräumdienst mehrere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und unschädlich gemacht. 

Am Montag stießen die Experten bei den den laufenden Sondierungsarbeiten in der Sportstätte auf eine 227 Kilo schwere Brandbombe im Boden.

Deren Zünder war abgerissen. Weil keine unmittelbare Gefahr bestand, konnten die Experten die Bombe ohne Sperrungen abtransportieren.

Bereits seit einer Woche läuft die Bombensuche auf dem Gelände der Hessenkampfbahn. Das Areal im Eigentum der Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) wurde deshalb für die Sportvereine gesperrt. Die Untersuchung der Sportstätte ist Teil der groß angelegten Blindgängersuche, die die MHK seit 2014 in Karlsaue und Bergpark vorantreibt. Unter dem Sportplatz wurden im Laufe der Woche bereits sechs kleinere Brandbomben (15 und zwei Kilo) ausgegraben.

MHK kommt Forderung nach

Die Untersuchung der Sportstätte am Auedamm war bereits seit längerem gefordert worden. Denn das Areal wird neben den Vereinen auch für den Schulsport genutzt und wurde bislang noch nie auf Blindgänger untersucht. Dies will die MHK nun nachholen.

Im Vorfeld der Bombenentschärfung war der Sportplatz samt Aschenbahn mit Sonden abgefahren worden. „Dabei tauchten 73 Verdachtsstellen auf, die wir nun nach und nach überprüfen“, sagt Winfried Bieker, Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes in Darmstadt.

Die schwerere Bombe, die am Montag gefunden wurde, lag einen guten Meter unter der Erde. Obwohl der Zünder abgerissen war, ging von ihr weiter eine Gefahr aus. Denn die Bombe war noch mit 73 Kilo brennbarer Flüssigkeit gefüllt. „Es handelt sich um ein Gemisch aus weißem Phosphor, Leichtbenzin und Kautschuk“, sagt Bieker. Sobald Luft an dieses Gemisch gelange, entzünde sich die Flüssigkeit.

Luftbild vom 23.10.1943: Beim Angriff auf Kassel fielen auch unzählige Bomben auf die Karlsaue und die Orangerie. 

Wenn die entzündliche Füllung in das Erdreich gesickert wäre, hätte sie für eine Kontamination gesorgt. Zur Sicherheit hatten die Experten die Bombe vor dem Abtransport abgedichtet. Die Blindgänger werden zunächst in ein Zwischenlager nach Alsfeld gebracht, sagt Bieker.

Freigabe in nächster Woche

Nach Informationen der MHK kann die Kampfmittelräumung auf der Hessenkampfbahn vermutlich bis Ende dieser Woche abgeschlossen werden. Die MHK wird dann die Löcher wieder verfüllen. Wenn alles nach Plan läuft, können die Vereine nächste Woche wieder auf den Sportplatz, so die MHK.

Die vor vier Jahren gestartete systematische Bombensuche in der Karlsaue ist zu etwa einem Drittel erledigt. In den nächsten Jahren gehen die Arbeiten weiter.

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