"Priorisierung der Projekte"

Ersatz für Damaschkebrücke: Stadt Kassel verschiebt Neubau erneut

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Ein Ersatzneubau für die Damaschkebrücke über die Fulda wird bereits seit Jahren gefordert. Im Haushalt 2019 sind Mittel dafür eingeplant, nun wird die Maßnahme aber um weitere zwei Jahre geschoben.

Eigentlich sollte das Projekt 2019 starten. Nachdem die Stadt den Neubau erneut verschoben hat, will die CDU-Rathausfraktion über die Hintergründe informiert werden.

Der seit Jahren geplante Ersatz für die marode Damaschkebrücke wird in Kassel erneut verschoben. Der Neubau über die Fulda, der die Südstadt mit dem Stadtteil Waldau verbindet, sei in der Planungsvorbereitung, berichtet Stadtsprecher Claas Michaelis auf Anfrage unserer Zeitung. 

Vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Finanzmittel müsse „eine Priorisierung der Projekte stattfinden“. „Daher wird der Ersatzneubau der Damaschkebrücke um zwei Jahre verschoben“, sagt Michaelis.

Eigentlich sollte es in diesem Jahr mit dem Projekt losgehen. Im Haushalt 2019 der Stadt, genauer gesagt in der Investitionsplanung bis 2022, sind für den Ersatzneubau 300.000 Euro plus 400.000 Euro als Verpflichtungsermächtigung eingestellt. Für 2020 und 2021 sieht der Plan weitere Auszahlungen in Höhe von 2,5 beziehungsweise fünf Millionen Euro vor.

Warum die Stadt die Damaschkebrücke erneut verschiebt, will die CDU-Rathausfraktion genauer wissen. Dass ein Projekt wegen der Finanzlage geschoben werde, sei nicht ungewöhnlich. Der späte Zeitpunkt verwundere in diesem Fall aber schon, so die Christdemokraten. In einer Anfrage an den Magistrat bitten sie daher um Auskunft, ob und warum das Vergabeverfahren für den Ersatzneubau aufgehoben wurde.

Da die CDU mit dieser Anfrage auch über die Mehrkosten bei der Sanierung des Rathaus-Karlsstraßenflügels und über den Umbau der Königsstraße informiert werden möchte, bat Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im Stadtentwicklungsausschuss um Verständnis, dass er die Antworten erst in der nächsten Sitzung liefern könne.

Baustart sollte 2012 sein

Der Neubau der Damaschkebrücke ist in Kassel ein Dauerbrenner. Schon 2010 wurden Pläne bekannt, wonach das neue Bauwerk breiter und bis zu 60 Tonnen belastbar sein sollte. Die Kosten wurden damals auf 5,55 Millionen Euro geschätzt. Baustart sollte 2012 sein.

2019, also sieben Jahre später, steht die 1962 errichtete Damaschkebrücke immer noch und ist auch immer noch in Betrieb – allerdings mit Einschränkungen. Die Fahrbahn ist insgesamt nur sechs Meter breit, die Gehwege an beiden Seiten messen jeweils nur 1,50 Meter. Weil die Brücke nur mit zwölf Tonnen belastbar ist, dürfen schwere Lastwagen nicht darüberfahren. Für die schwereren Busse der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG), die im Linienverkehr über die Brücke rollen, gibt es eine Ausnahmegenehmigung.

Der Neubau der Brücke soll auch für den Schwerverkehr nutzbar sein. Und er soll die Option beinhalten, vielleicht mal mit Straßenbahn oder Regiotram befahren zu werden. So hatte 2010 der Ortsbeirat Südstadt gewünscht, die neue Brücke so zu konzipieren, dass sie auch die Schienen aufnehmen kann.

Beim Verkehr sieht die Stadt Kassel keine Probleme. „Der aktuelle Zustand der Brücke wird zu keinen weiteren verkehrlichen Einschränkungen in den nächsten Jahren führen, das Bauwerk ist verkehrssicher“, betonte Stadtsprecher Michaelis.

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