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Annette Rosenbaum leitete 25 Jahre die Kita Landaustraße

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Von: Robin Lipke

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Annette Rosenbaum lehnt an der bunten Echse im Garten des Kindergartens Landaustraße. Sie Einrichtung hat sie 25 Jahre lang geleitet.
Annette Rosenbaum lehnt an der bunten Echse im Garten des Kindergartens Landaustraße. Sie Einrichtung hat sie 25 Jahre lang geleitet. © Robin Lipke

Annette Rosenbaum hat den Kindergarten Landaustraße nicht nur 25 Jahre geleitet, sie hat die Einrichtung mit ins Leben gerufen. Nun geht die 65-Jährige in den Ruhestand.

Kassel – Offiziell ist sie seit Anfang Februar in Rente. Verabschiedet hat sie sich bereits im Kindergarten Landaustraße – bei den Kindern und dem Team. Ein kurzer Besuch muss trotzdem sein. Außerdem hat Annette Rosenbaum noch Schlüssel abzugeben. Nach 25 Jahren als Leiterin geht sie in den Ruhestand. Sie hätte nie gedacht, „dass ich den Job so lange mache“, sagt die 65-Jährige.

Warum sie stets mit einem Lächeln ihrer Tätigkeit nachgegangen ist, wird ihr in diesem Moment erneut bewusst. Denn kaum betritt Rosenbaum die Räume der Kita, stürzen mehrere Kinder auf sie zu und umarmen sie. „Hallo, Annette“, rufen die einen, „Hallo, Frau Rosenbaum, da bist du ja wieder“, tönt es von den anderen. Diese Offenheit und dieses Strahlen, „wenn du über den Flur gehst“, da sei ihr immer das Herz aufgegangen.

Dabei schwankt Annette Rosenbaum zunächst, ob Kindergarten das Richtige für sie ist. Sie stammt aus einem Dorf bei Höxter, macht eine Ausbildung zur Erzieherin, studiert in Kassel Sozialarbeit, fängt 1984 bei der Stadt an und arbeitet in der Jugendpflege. Dann bietet sich die Chance, beim Projekt Landaustraße mitzuwirken.

Nun blickt sie nicht ohne Stolz auf das vergangene Vierteljahrhundert zurück. Denn dieser Kindergarten mit den markanten Häusern aus Holz, die jeder schon einmal gesehen hat, der dort in die Aue möchte, ist so etwas wie ihr Baby. Rosenbaum, die selbst keine Kinder hat, geht gut und gern als Mutter der Kita durch. Als die Einrichtung vor 25 Jahren gebaut wird, zählt sie zu dem Team, das ein offenes Konzept entwickelt. Fünf Räume mit verschiedenen Funktionen, es gibt bestimmte Gruppen und feste Strukturen, aber die Kinder können sich frei bewegen und selbst entscheiden, welchen der Räume sie nutzen möchten: „1997 war das eine neue Sache“, sagt Rosenbaum rückblickend.

Sie erinnert sich an Harald Doenst, den damaligen Ortsvorsteher, der ihr die Südstadt näher bringt. Ihr ist es wichtig, einen Bezug zum Stadtteil zu haben. Außerdem legt sie Wert auf eine gute Teamarbeit, auf Entscheidungen, die gemeinsam getroffen werden. Langjährige Wegbegleiterinnen beschreiben sie als tolle Chefin, immer freundlich und gut gelaunt, und als jemanden, der für alle ein offenes Ohr hat. Die Bürotür steht immer auf.

Und natürlich der Garten – Rosenbaums großes Hobby. Gemeinsam mit den Eltern seien im Außenbereich schöne Projekte verwirklicht worden, sagt sie: Wege angelegt, eine Wasserbaustelle konzipiert, Bambus gepflanzt und, und, und. „Da hatten wir Aktionstage an den Wochenenden. Teilweise haben 30 Eltern mitgebuddelt“, sagt die Frau, die in Kirchditmold lebt und einen Garten am Rammelsberg hat.

Und apropos Mutter: In den ersten Jahren zaubert Rosenbaum schon mal selbst eine Lasagne zum Mittagsessen für die Kinder. Bei Feiern wie dem Laternenfest ist es die Chefin, die Suppe für alle kocht. Die Kita sei immer ein Haus gewesen, das gern Feste gefeiert hat, erzählt Rosenbaum. Umso bitterer für sie, dass der Abschied ohne Tamtam über die Bühne geht. Überhaupt habe Corona sie in ihren letzten beiden Berufsjahren herausgefordert: „Unser Konzept mussten wir vorerst über Bord werfen.“

Dennoch fällt der Abschied schwer, wie sie sagt. Die Nähe zu den Kindern werde ihr fehlen, „das super Team“ auch. In ein Loch werde sie aber nicht fallen. Sie hat ja ihren Garten, sie freut sich auf die documenta, überhaupt auf kulturelle Veranstaltungen. Rosenbaum wird nun öfter in Frankfurt sein. Dort wohnt ihr Lebensgefährte.

Nach 25 Jahren erinnert sie sich an zig besondere Momente. Vor allem freut sie sich über Rückmeldung von Eltern von längst erwachsenen Kindern, die heute noch schwärmen, wie schön es doch in der Kita Landaustraße gewesen sei. Das ist auch ein Verdienst von Annette Rosenbaum. (Robin Lipke)

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