Hunderte bringen sich bei Überquerung in Gefahr

Sicherer Fußgängerüberweg fehlt an der Frankfurter Straße bei Edeka Aschoff in Kassel

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Lebensgefährlich: Auch viel ältere Menschen überqueren die Frankfurter Straße in Höhe des Edeka-Marktes, um auf die andere Seite zu gelangen. Die nächsten sicheren Überwege sind fast 300 Meter weit entfernt.

Fast minütlich laufen Passanten in Höhe des Edeka-Marktes Aschoff an der Frankfurter Straße in Kassel über vier Fahrspuren und zwei Gleise. Der Grund: Es gibt keinen Überweg.

Dieser wird zwar seit Jahren vom Ortsbeirat Südstadt gefordert, doch die Stadt ist ablehnend, weil sie den Autoverkehr auf der Frankfurter Straße nicht durch einen zusätzlichen Überweg mit Ampeln behindern will.

Wer in diesem Bereich die Frankfurter Straße sicher zu Fuß überqueren will, muss weite Umwege auf sich nehmen. Überwege gibt es nur in Höhe der Heinrich-Heine-Straße und der Bosestraße/ Auestadion, die 250 bis 300 Meter vom Markt entfernt liegen.

„Die wenigsten, die zu Aschoff wollen, nutzen diese Überwege. Bürger weisen mich immer wieder auf diesen Missstand hin. Deshalb hatten wir als Ortsbeirat einen Vorstoß bei der Stadt gewagt“, sagt Ortsvorsteherin Kerstin Saric (Grüne). Die Forderung sei mit der Begründung abgewiesen worden, es gebe bereits Querungsmöglichkeiten in akzeptabler Entfernung.

Nach Auskunft der Stadt ist der Wunsch nach einem sicheren Überweg Bestandteil des Verkehrsentwicklungsplanes 2030. Allerdings gebe es stadtweit 60 ähnliche Forderungen nach Querungshilfen, da müsse die Frankfurter Straße „einsortiert“ werden.

Hier befindet sich Edeka Aschoff an der Frankfurter Straße:

Als Schwierigkeit stellt es die Stadt dar, dass in Höhe des Edeka-Marktes der Bau eines durchgehenden Fußgängerüberweges nicht möglich sei, weil der Schienenverkehr Vorrang habe. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass der Verkehr auf der Frankfurter Straße (32 500 Auto täglich) bereits durch mehrere Ampeln geregelt werde.

„Eine neue Ampel würde zu einer erheblichen Verschlechterung des Verkehrsflusses führen“, sagt ein Stadtsprecher. Wegen der Querungsstrecke von 20 Metern käme es zu langen Rotphasen für den Autoverkehr.

„Würde man alle Nachteile der Querung in Kauf nehmen, käme man zu einer baulichen Lösung, die deutlich im sechsstelligen Euro-Bereich liegen würden. Diese Mittel stehen kurz- und mittelfristig nicht im Haushalt zur Verfügung“, so der Stadtsprecher weiter. 

Der Bereich vor dem Edeka sei kein Unfallschwerpunkt – dies bestätigt auch die Polizei. In den vergangenen zwei Jahren gab es dort keine Fußgängerunfälle, so die Polizei. Die Nachteile würden insofern die „Komfortverbesserung“ für Fußgänger nicht aufwiegen.

Ortsvorsteherin Saric kann die Argumentation nicht nachvollziehen: „In Höhe des Auestadions gibt es zwei Fußgängerüberwege in unmittelbarer Nähe.“ Einen größeren Querungsbedarf gebe es aber in Höhe des Edeka-Marktes.

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