Was tun gegen Moos und Unkraut

Kübelpflanzen und Rasenkur: Experten geben Tipps zum Start in die Gartensaison

Frühlingserwachen auf der Insel Siebenbergen in der Karlsaue: Agatha Wrobel, Julia Bauch, Christine Krapf (von links), Auszubildende der Museumslandschaft Hessen Kassel, pflanzen Blumen auf der Blumeninsel, die am 1. April öffnet. 

Kassel. Der Frühling wird sich in den nächsten Tagen von einer warmen und sonnigen Seite zeigen. Für Gartenbesitzer ist dies die richtige Zeit, die Ärmel hochzukrempeln. 

Jetzt werden Beete vorbereitet, und vor allem der Rasen, der nach dem kalten Winter häufig gelitten hat, braucht jetzt viel Zuwendung.

Die Gartenexperten Eberhard Walther und Sylvia Schnell vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen gaben gestern am Lesertelefon zu vielen Fragen rund um den Garten Rat. Hier einige Beispiele:

Ich habe im Garten relativ alte Johannisbeer- und Stachelbeersträucher, die von gelb-grauen Flechten überzogen sind. Was soll ich tun?

Solche Flechten bilden sich sehr häufig, wenn Sträucher sehr dicht stehen. Sie sollten die alten, dunkleren Triebe zurückschneiden. Lassen Sie nur die jungen, hellen Triebe stehen. Falls es davon zu wenige gibt, kürzen Sie alle Triebe auf etwa zehn Zentimeter über dem Boden. Dann können Sie zwar in diesem Jahr keine Beeren ernten, die Pflanzen wachsen aber wieder kräftiger nach und tragen wieder besser. Auch eine Düngung im Frühjahr (100 bis 120 Gramm pro Pflanze) tut ihnen gut.

Die Hortensien treiben bereits wieder aus. Soll ich jetzt die alten Blüten abschneiden?

Ja, die alten Blütenköpfe sollten Sie direkt unter der Blüte abschneiden und trockene Triebe entfernen.

Können Kübelpflanzen jetzt schon raus oder ist es noch zu früh?

Im Haus überwinterte Kübelpflanzen fühlen sich wohl, wenn sie jetzt an die frische Luft kommen. Allerdings müssen sie geschützt oder noch einmal rein geholt werden, wenn sich Nachtfröste ankündigen.

Wir haben eine 25 Jahre alte, zwei Meter große Kamelie, die in unserem Wintergarten steht. Bislang hat sie überreich geblüht, aber dieses Jahr öffnen sich keine Knospen und sie verliert Blätter. Was kann man tun?

Da kommt ein ganzer Komplex von Ursachen in Betracht: Eventuell hatte die Kamelie in diesem kalten und dunklen Winter zu wenig Licht, vielleicht stand sie zu warm, hatte zu wenig Wasser, ein Nährstoffproblem oder Milben. Vielleicht braucht sie auch neue Erde. Dazu sollte man eine spezielle Kamelienerde verwenden, ebenso wie einen Spezialdünger.

Im Zweifel sollten Sie betroffene Triebe mit zwei bis drei Knospen einmal einem Fachmann zeigen.

Die Rosen treiben bereits kräftig aus, sollten sie jetzt zurückgeschnitten werden?

Damit sollte man etwa noch zwei Wochen warten, um zu vermeiden, dass empfindliche Rosentriebe eventuell durch Frost geschädigt werden. Auch mit dem Abhäufeln sollte man noch etwas warten, allerdings können Reisig-Abdeckungen schon entfernt werden.

Edelrosen schneidet man auf drei bis fünf Augen zurück. Dabei sollte das oberste Auge nach außen zeigen. Beetrosen kürzt man auf fünf bis acht Augen. Trockene Triebe, dünne Seitentriebe sowie Wurzeltriebe werden entfernt. Der Schnitt sollte schräg und etwa einen Zentimeter über dem Auge erfolgen.

Welches Mittel wirkt zuverlässig gegen die Blattfleckenkrankheit an Iris?

Dabei handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die möglichst frühzeitig behandelt werden sollte. Angewendet werden können die Wirkstoffe Azoxystrubin oder Difenoconazol.

Um Pilzkrankheiten zu vermeiden, sollten Pflanzen nicht zu dicht stehen. Auch sollte man abgefallene Blätter entfernen, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten kann.

Rasen braucht eine Kur:

Der Rasen ist auch in diesem Frühjahr das Sorgenkind vieler Gartenbesitzer. Gerade da, wo es feucht und schattig ist, besteht der Gartenteppich mittlerweile eher aus Moos statt Grashalmen. In solchen Fällen braucht der Rasen dringend eine Frühjahrskur – und auch danach eine konsequente Pflege, wie die Gartenexperten am Lesertelefon immer wieder betonten. 

Der Rasen erwacht langsam aus dem Winterschlaf: In den nächsten Wochen braucht er eine intensive Pflege.

Damit aus dem Rasen nach dem kalten Winter wieder eine ansehnliche und strapazierfähige Fläche wird, gilt es folgende Tipps zu beachten: 

  • Als ersten Schritt sollte man mit dem Laubrechen über den Rasen gehen, um abgestorbene Grashalme und schon etwas Moos zu entfernen. 
  • Als nächstes bekommt der Gartenteppich eine stärkende stickstoffbetonte Düngung (eventuell mit Moosvernichter). Dafür ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt. 
  • Wenn der Rasen lang genug ist, kann das erste Mal gemäht werden, nach etwa zehn Tagen zum zweiten Mal. 
  • Erst danach kann man den Rasen vertikutieren oder mit einem Rechen durchlüften und dabei Moos und Unkraut entfernen. Dann sind die Graswurzeln stark genug, um durch die Behandlung nicht zu stark zu leiden. 
  • Treten danach größere kahle Stellen auf, sollte man dort nachsäen. Dabei kommt es auf die richtige Sorte an: In schattigen Lagen gedeiht Schattenrasen besser. Dazu den Boden mit einem Rechen auflockern, die Saat ausbringen und wieder mit Boden abdecken. Anschließend angießen.  
  • Wer dieser Behandlung Jahr für Jahr anwendet, kann nach und nach das Moos zurückdrängen und einem prächtigen Rasen den Boden zu bereiten.
  • Zur weiteren Stärkung des Rasens sollte Ende Juni noch einmal gedüngt werden. Im Oktober bekommt der Gartenteppich dann eine Kur mit einem kaliumbetonten Herbstrasendünger. 
  • Bei starken Problemen mit Moos und Unkraut empfiehlt sich eine Bodenanalyse. 
  • Eventuell kann es sinnvoll sein, alle drei Jahre den Rasen zu kalken

HINTERGRUND: Wenn dem Boden etwas fehlt

Wenn sich Moos oder Unkraut im Rasen breit machen, Pflanzen nicht mehr so prächtig gedeihen oder die Ernte zu wünschen übrig lässt, kann eine Bodenprobe Aufschluss darüber geben, was dem Gartenboden fehlt. Dazu sollte man an verschiedenen Stellen, zum Beispiel aus dem Rasenboden oder dem Gemüsebeet aus etwa 25 bis 30 Zentimeter Tiefe kleine Einzelproben entnehmen und diese anschließend in einem Eimer vermischen. 300 bis 500 Gramm davon packen Sie in einen Kunststoffbeutel. 

Das Hessische Landeslabor, Am Versuchsfeld 11-13, 34128 Kassel, Tel. 0561/98 88-0 untersucht abgegebene oder eingesandte Proben gegen eine Gebühr von etwa 15 Euro (plus Mehrwertsteuer).

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