Städtische Werken lassen 

Fliesen im Auebad lösen sich: Wer ist für den Schaden verantwortlich?

Fliesen waren locker: Auebad-Mitarbeiter Ulrich Wagner hat gemeinsam mit einem Kollegen die Fliesen zwischen Startblock 1 und 2 erst einmal wieder befestigt. Foto:  Malmus

Kassel. Im Sommer 2013 wurde das neue Auebad an der Fulda eröffnet. 32 Millionen Euro hat sich die Stadt das kosten lassen. Doch es gibt Probleme.

Eine Attraktion in dem beliebten Kombibad ist das 50-Meter-Sportbecken. Dass sich in diesem aber seit längerer Zeit Bodenfliesen lösen, das bereitet den Städtischen Werken Kopfzerbrechen.

„Als uns dies das erste Mal aufgefallen ist, waren wir schon sehr irritiert“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Eigentlich dürfe so etwas nicht passieren. Als bei der Revision in diesem Sommer wieder lockere Bodenfliesen entdeckt worden seien, habe man sich dazu entschieden, dass die Amtliche Materialprüfungsanstalt (Ampa) der Universität Kassel die Ursache für die sich lösenden Bodenfliesen im 50-Meter-Becken herausfinden soll.

Fragen, ob es sich zum Beispiel um einen Verlege- oder einen Materialfehler handele, sollen die Experten der Uni jetzt klären, sagt Pijanka. Vielleicht ist beim Verlegen aber auch ein falscher Kleber benutzt worden. Mit dem Ergebnis sei im Januar 2017 zu rechnen.

Wenn bei der Untersuchung herauskomme, welches Unternehmen für die sich lösenden Fliesen verantwortlich ist, dann würden die Städtischen Werke den Rechtsweg nicht ausschließen. „Es ist klar, dass wir diesen Mangel nicht hinnehmen werden.“

Lösung in Eigenregie

Bis dahin beseitigen die Mitarbeiter der Städtischen Werke das Problem in Eigenregie. Als sich im Herbst drei Quadratmeter Bodenfliesen im Bereich zwischen den Startblöcken 1 und 2 lösten, wurden zwei Mitarbeiter aktiv. Einer als Schwimmer, der andere als Taucher. Mit Spezialkleber befestigten die beiden die lockeren Fliesen, sagt Pijanka.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Städtischen Werke Theater um Fliesen in einem neuen Schwimmbad haben. Nachdem im Dezember 2010 das Hallenbad Süd in Oberzwehren nach der sieben Millionen Euro teuren Sanierung neu eröffnet worden war, stellte sich heraus, dass die auf 500 Quadratmetern verlegten Fliesen nicht die Sicherheitsanforderungen erfüllten. Badegäste waren auf dem glatten Untergrund in der Schwimmhalle ausgerutscht und zum Teil gestürzt.

Dafür musste das Fliesenunternehmen, das die falsche Ware verlegt hatte, aufkommen. Der rutschige Boden wurde im Sommer 2011 überfliest.

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