Der Kasseler Joel Hausting macht aus einer Togo-Reise ein Sozialprojekt für Kinder

Mit Fotokunst Not lindern

Engagiert: Joel Hausting blickt nachdenklich auf eine seiner Arbeiten. Den Jungen auf dem Stein habe er zunächst gar nicht wahrgenommen, so sehr sei er mit seiner Umwelt verschmolzen. Foto: Giessen/nh

Kassel. Ein kleiner Junge sitzt auf einem Stein und blickt in das Kameraobjektiv. Die Farben seiner Kleidung bilden nahezu eine Einheit mit seiner Umgebung.

Das beschriebene Foto hat der Kasseler Joel Hausting auf seiner Reise durch das afrikanische Land Togo gemacht. Seine großformatigen Arbeiten zeigen Togolesen, denen der Grafikdesigner auf seiner Reise zufällig begegnet ist. Hausting möchte seine Fotografien verkaufen, um vom Erlös eine dringend benötigte Wasserpumpe für ein Waisenhaus in der Region Kpalimé in Togo zu finanzieren.

Ein Kinderheim in Kpalimé

Auf seiner einmonatigen Reise durch die ehemals deutsche Kolonie Togo besuchte der 22-Jährige das Kinderheim und war von der Notlage der dort lebenden Kinder berührt. Der junge Mann beschloss, seine Reise fotografisch zu dokumentieren und die auf Leinwand gedruckten Bilder für den guten Zweck zu verkaufen. So wurde aus einer anfänglich als Urlaub geplanten Reise ein Einsatz für Kinder. Mit der Kasseler Galeristin Ulrike Petschelt hat er eine engagierte Partnerin gefunden, die seine elf Bilder bis zum 27. November in ihrer Galerie in der Südstadt ausstellt.

Im Fokus seines Objektivs stehe nicht die Not der Kinder, sondern zufällige Situationen aus dem Alltag der Togolesen, sagt Joel Hausting. „Ich will das Land mit deutscher Vergangenheit den Menschen in Kassel näher bringen“, erzählt er. Die Produktion der Fotokunst hat er selber finanziert.

Nach dem Ende seiner dreijährigen Ausbildung zum Mediengestalter hatte er die Reise zu Beginn des Jahres von seinem Vater geschenkt bekommen. „Meine Stiefmutter kommt aus Togo und ihre Familie lebt dort.“ Von ihr bekam er auch den Tipp, das Kinderheim zu besuchen.

„Ich will mit der Ausstellung etwas für die Kinder bewegen, nicht meine Person in den Vordergrund rücken.“ Die Reise habe ihn verändert. Die Menschen seien dort glücklicher als im reichen Deutschland. „Ich wurde von den Togolesen wie ein Familienmitglied behandelt“, sagt Hausting. „Trotz meiner deutschen Herkunft“, ergänzt er mit Blick auf die deutsche Kolonialzeit.

Der Fotokünstler hofft, dass die Kasseler sein Engagement durch den Kauf der Bilder oder Spenden unterstützen. Im nächsten Jahr will er wieder nach Togo reisen. Dann vielleicht schon mit genügend Geld für den Kauf der neuen Pumpe im Gepäck.

Galerie Ulrike Petschelt, Frankfurter Straße 62. Öffnungszeiten: Di und Do, 17 bis 19 Uhr. Tel.: 0160 / 97 50 00 51.

Von Jesko Giessen

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