Für Großprojekt in der Südstadt müssen Häuser an der Rembrandtstraße weichen

Geplanter Abriss des Versorgungsamts in Kassel: Das sind die Pläne

Das Gelände des ehemaligen Versorgungsamts an der Frankfurter Straße
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Gebäude sollen abgerissen werden: Das Gelände des ehemaligen Versorgungsamts an der Frankfurter Straße wird bebaut.

An der Frankfurter Straße in Kassel soll das ehemalige Versorgungsamt abgerissen werden. Für die dann geplanten Neubauten müssen noch einige aktuelle Mieter angrenzender Häuser ausziehen.

Kassel – Jetzt hat das Großbauprojekt auch einen Namen: Statt der sperrigen Bezeichnung „Bebauung des ehemaligen Versorgungsamts Frankfurter Straße“ bezeichnet der Bauherr seine Pläne, an dieser Stelle sowie auf einem benachbarten Grundstück an der Rembrandtstraße bis zu 350 Wohnungen zu schaffen, als „Neue Mitte Südstadt“.

Im Rahmen einer Ortsbeiratssitzung der Südstadt im Bürgersaal informierten Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW) am Mittwochabend über den Stand des Bauvorhabens. Danach startet noch in diesem Jahr der Architektenwettbewerb, an dem sich vier örtliche und vier überregionale Architekturbüros beteiligen werden. Das 36-köpfige Preisgericht, dem auch Mitglieder des Ortsbeirats angehören, wird sein Votum im Frühjahr 2021 bekannt geben.

Es entstehen 30 Prozent geförderter Wohnraum und 30 Prozent Eigentumswohnungen. 40 Prozent der Wohnungen werden als Mietwohnungen vermarktet. Insgesamt entstehen 36 000 Quadratmeter Bruttogrundfläche, davon 4000 Quadratmeter für Gewerbe. In einer Tiefgarage werden etwa 300 Fahrzeuge Platz haben.

Eingang in die Wettbewerbsvorgaben, so die NHW-Projektentwickler, haben auch die Ergebnisse des Ideenworkshops „Das Versorgungsamt neu denken“ vom September 2019 gefunden. Punkte wie die Schaffung von Gemeinschaftsräumen oder der Erhalt der Bäume würden als Arbeitsaufträge an die Architekten weitergegeben. Auch der Wunsch, die Häuser Rembrandtstraße 7-17 zu erhalten und nicht zu entmieten, war im Workshop formuliert worden.

Doch Michaela Klos vom Projekt-Team stellte klar: „Es wird an die Bestandsgebäude gehen. Es ist nur die Frage wann.“ Jürgen Bluhm, der Leiter der Regionaldirektion Kassel, hatte zuvor darüber informiert, dass für 70 Prozent der Mieter der Rembrandtstraße 7-17 einvernehmliche Lösungen gefunden worden seien. Sie bewohnten bereits andere Wohnungen. Mit elf Parteien stehe die NHW noch in Kontakt. Er sei optimistisch, dass auch hier Einvernehmen erzielt werde und versicherte, dass es weder Kündigungen noch Räumungsklagen geben wird.

Rembrandtstraßen-Anwohnerin Bettina von Klopmann, die für den Erhalt der Häuser kämpft, widersprach „dieser Friede-Freude-Eierkuchen-Sicht“ und berichtete von unglücklichen Mietern, die nicht ausziehen wollten.

Der Rückbau des Bestands, so Klos, werde „in Abschnitten und unter Berücksichtigung der Bewohner“ stattfinden. Aufgabe der Architekten sei es jetzt, eine Gesamtplanung zu erstellen, die sich in Abschnitten realisieren lässt. Sobald der Wettbewerbssieger feststeht und die Pläne vorgestellt wurden, gehe es daran, Planungsrecht zu schaffen und den Bauantrag zu stellen. Nach den vier aufwendigen Planungsphasen kann ein Baubeginn an der Frankfurter Straße nicht vor 2022 anvisiert werden. (Von Christina Hein)

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