Für Dixi-Klo-Hersteller tätig

Handhygiene per Fußtritt: Kasseler Designer entwickeln mobile Desinfektionsstation

Per Fußpumpe bedienbar: Nils Oertel bedient mit dem Fuß die Handhygiene-Station, Kollegin Saskia Drebes desinfiziert sich die Hände.
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Per Fußpumpe bedienbar: Nils Oertel und Saskia Drebes mit der Handhygiene-Station, die sie für den Dixi-Klo-Konzern ADCO designt haben.

Desinfektionsspender sind zum neuen Alltagsgegenstand geworden: Allerorten fordern sie in der Pandemie zum Reinigen der Hände auf. Ein Kasseler Designer-Duo hat nun eine mobile Handhygiene-Station entwickelt.

Kassel ‒ Die Station wird dem Fuß bedient wird und ermöglicht auch dort, wo es keine Sanitäranlagen gibt, Sauberkeit und Infektionsschutz.

Zu Jahresbeginn, als die Pandemie sich von China her zunehmend verbreitete, ahnten Saskia Drebes und Nils Oertel bald, dass das Virus die Welt länger begleiten wird. Während des Lockdowns im Frühjahr machten sie mit ihrem jungen Design-Studio in der Südstadt aus der Not eine Tugend und begannen Ideen für sinnvolle Verbesserungen des Hygienestandards im Alltag zu entwickeln. So traten sie mit dem Vorschlag eines robusten, universell einsetzbaren Desinfektionsspenders an die Adco Unternehmensgruppe heran, die vor allem als Hersteller und Anbieter von Dixi-Klos bekannt ist.

Nur wenige Monate später ist „Toi Care“ – so der Name des Produkts – nun auf dem Markt und sorgt unter anderem auf Baustellen für mehr Hygiene. Auch vor Supermärkten, an Haltestellen und anderen Orten mit viel Publikumsverkehr könne die Station sinnvoll sein, sagen die Designer. So haben sie ihr charakteristisch Dixi-blaues „Baby“ im auch schon in einem Fernsehbericht entdeckt, in dem Menschen vor einer Praxis für einen Coronatest Schlange standen.

Viele herkömmliche Desinfektionsspender hätten den Nachteil, dass die Nutzer sie nicht mit dem Ellbogen, sondern mit der Hand bedienen und so der Hygiene einen Bärendienst erweisen, erläutert Drebes. Zudem hätten die Geräte häufig nur ein geringes Fassungsvermögen und seien schnell leer. Ihr Toi-Care-Spender hingegen wird mit einer Fußpumpe bedient und ist mit einem Zehn-Liter-Tank ausgestattet. Das reiche für mehr als 2000 Sprühstöße, berichten die beiden Designer, die während ihres Studiums an der Kunsthochschule zum Team wurden.

Der säulenartige Spender erfordert keine Montage und kommt ohne Stromanschluss und Batterien aus. „Das funktioniert komplett analog, nur mit dem Druck der Fußpumpe“, betont Oertel, dem es ebenso wichtig ist wie seiner Kollegin, nachhaltige Produkte zu entwickeln. So seien auch alle Teile des Spenders inklusive des Kunststoffs recyclingfähig. Die beidseitige Nutzbarkeit der Desinfektionssäule erlaube eine im Wortsinn vielseitige Verwendung und ermögliche es beispielsweise auch, aus gebotenem Abstand für einen Rollstuhlfahrer den Spender auszulösen.

Bei der Entwicklung ihrer Hygienestation hatten die beiden Mittdreißiger auch noch Musik-Festivals im Hinterkopf, von denen man im Lauf des Sommers dann nur noch träumen konnte. Aber das Designer-Duo ist überzeugt, dass auch, wenn Corona zurückgedrängt ist, das Hygienebedürfnis der Menschen stärker sein wird als zuvor. Dann könne ihre Station ebenso wie die Dixi-Klos zur Grundausstattung bei Veranstaltungen im Freien gehören. Bei einem Allzweck-Desinfektionsspender handele es sich zwar nicht unbedingt um ein Prestigeprojekt für Designer. „Andererseits ist eine Dixi-Toilette auch eine Ikone“, sagt Drebes, „die kennt wirklich jeder.“ Wer weiß, vielleicht man die Pandemie das Design made in Kassel auch zum internationalen Hygieneklassiker. (Katja Rudolph)

drebes-oertel.de

Info zur Vermietung der Desinfektionsstation unter: toitoidixi.de

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