Land verkauft das Areal in der Kasseler Südstadt - eine Sanierung ist unwahrscheinlich

Hochhaus in Frankfurter Straße ist marode: Versorgungsamt zieht um

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Der graugrüne Klotz könnte bald der Vergangenheit angehören: Das Versorgungsamt verlässt im Frühjahr das Hochhaus an der Frankfurter Straße. Anschließend will das Land das Objekt verkaufen. Eine Sanierung wäre teuer und ist unwahrscheinlich.

Südstadt. Das Hessische Amt für Versorgung und Soziales räumt im nächsten Frühjahr seinen Sitz in der Südstadt und zieht ins frei gewordene SMA-Gebäude. Der Grund: Das Hochhaus an der Frankfurter Straße 84a in Kassel ist in einem desolaten Zustand.

Weil sich der Putz von den Balkonen löst, wird der Eingangsbereich des Gebäudes seit Jahren mit einem überdachten Baugerüst geschützt. Nach der Räumung des 70er-Jahre-Baus will das Land Hessen das Grundstück verkaufen. Es ist nicht zu erwarten, dass ein Käufer die achtstöckige Immobilie weiter nutzen wird. Ein Gutachten hatte den Sanierungsbedarf auf 14 Mio. Euro beziffert. Festgestellt wurden unter anderem Risse in der Außenfassade, Brandschutzmängel und Fehler in der Haustechnik.

Das Land hatte lange einen neuen Standort für das Versorgungsamt gesucht, das vor allem Elterngeldanträge sowie Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht aus der Stadt Kassel und den Kreisen Kassel, Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg bearbeitet. SMA hatte in den vergangenen Jahren die Mitarbeiterzahl reduziert, sodass Immobilien frei wurden und bereits vermietet werden.

Seit Jahren steht hier ein Gerüst: Weil Putz von den Balkonen fiel, wurde ein Schutz vor dem Eingang aufgebaut.

Mit dem neuen Standort der Behörde an der Mündener Straße 4-6 sind aber nicht alle zufrieden. Eine solche Behörde in Bettenhausen – an der Grenze zu Niestetal – anzusiedeln sei für Kunden mit Rollstuhl und Kinderwagen eine Zumutung, sagt Ursula Schaub. Schaub hatte 22 Jahre im Versorgungsamt gearbeitet und ist selbst auf einen Rollstuhl angewiesen. Menschen mit Behinderung müssten das Amt persönlich aufsuchen, etwa um den Grad ihrer Behinderung feststellen zu lassen.

Der neue Standort sei zwar mit dem Bus zu erreichen, bedeute aber für Kunden mit körperlichen Einschränkungen einen größeren Aufwand. „Eine solche Behörde sollte in der Innenstadt und verkehrsgünstig liegen“, sagt Schaub. Auch der Behindertenbeirat der Stadt kritisiert die ungünstige Verkehrsanbindung.

„Es gibt zwar keine Straßenbahnanbindung, aber eine Bushaltestelle. Hätten wir eine andere Immobilie gefunden, die unseren Anforderungen entspricht, hätten wir diese mit Kusshand genommen“, sagt Martina Felmeden-Dreyer, Leiterin des Versorgungsamtes. Wann genau die Behörde im Frühjahr umzieht, ist noch nicht klar.

Neue Adresse: An der Dresdener Straße (Adresse: Mündener Straße 4-6) liegen die SMA-Gebäude, in die das Amt zieht.

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