Team von „Paco‘s Tacos“ übernimmt das Neu Kafé

Neue Bar in Kassel: Partys wie in der heimischen Küche

DJ Demiro (Ersan Demirsoy) in einem Nebenzimmer der Bar „Zu Dope“ in Kassel
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„Die geilsten Partys fanden immer in der Küche statt“: in einem Nebenraum der Bar hat DJ Demiro (Ersan Demirsoy) dieses Gefühl für die Gäste fast museal nachgebaut.

Die Südstadt bekommt Zuwachs fürs Nachtleben: In dem Ecklokal des bisherigen Neu Kafé wird Mitte Oktober die Bar „Zu Dope“ eröffnet.

Südstadt – Spannende Dinge tun sich am Weinberg, der in jüngerer Zeit zu einem Ausgeh-Hotspot geworden ist: Das Neu Kafé, das seit dem Corona-Lockdown nicht mehr geöffnet hatte, wechselt die Betreiber und wird vom Team des benachbarten Paco’s Tacos übernommen. Die bauen den Laden gerade zur Bar für Nachtschwärmer um und wollen Mitte Oktober eröffnen. Seit ein paar Tagen hängt draußen schon ein provisorisches Schild mit dem künftigen Namen, der manche Passanten ins Grübeln bringt: „Zu Dope!“.

Das sei aber kein Hinweis, dass es dort zur Ausgabe berauschender Mittel gehen wird, erklärt Pascal „Paco“ Mock: „Zu Dope“ sei im Szenejargon als Ausdruck lobender Begeisterung zu verstehen – etwa im Sinne von „zu geil oder supercool“, sagt er. Unter diesem Motto haben Mock und sein Geschäftspartner DJ Demiro (Ersan Demirsoy) vor Corona schon monatliche Partys im Koon an der Friedrich-Ebert-Straße veranstaltet. Für die vielen Fans dieser Reihe solle der neue Laden am Weinberg nun „zum Basislager werden“.

Gastro-Durchstarter vergrößern sich: Pascal „Paco“ Mock und sein Team haben das bisherige Neu Kafé übernommen und wollen Mitte Oktober neu eröffnen.

Direkt nebenan hatten Mock und Demirsoy Ende 2018 als Gastro-Neueinsteiger „Paco’s Tacos“ aufgemacht. Das Konzept einer mexikanisch inspirierten Imbissbar mit Musik und Raum für kreative Aktionen ist seither richtig durchgestartet: Inzwischen gibt es schon weitere Standorte in der Nordstadt, in Göttingen, Jena und ab Jahresende in Hannover. „Mannheim und Köln sind auch schon fest geplant, wir können uns vor Franchise-Anfragen kaum retten“, sagt „Paco“ Mock zu der Gastro-Erfolgsstory made in Kassel.

Nun haben die Macher am Weinberg noch ein weiteres Baby, zu dem sie eher durch Zufall gekommen sind. Eigentlich wollten Sie an der Hauswand gegenüber nur ein Reklameschild anbringen. Beim Kontakt mit dem Vermieter erfuhren sie, dass es mit dem Neu Kafé nach knapp sechs Jahren nicht mehr weitergehen wird. Dessen bisherige Betreiber wollen sich künftig nur noch auf den Weinbergkrug eine Tür weiter konzentrieren – was auch mit der Coronazeit zu tun hat, wie sie auf Instagram ihren Gästen mitteilten.

Die gastronomischen Nachbarn überlegten nicht lange und griffen zu. „Wir wollen das Viertel noch weiter beleben“, sagt Paco. Der Plan: Erst Tacos, Burritos und Quesadillas essen gehen, dann über die Tischbeinstraße in die künftige neue Bar wechseln – oder sich die Speisen auch direkt dorthin bestellen.

So viel ist schon zu sehen: Das „Zu Dope“ wird geschmackvoll flippig, allerlei Vintage-Mobiliar wird originell in Szene gesetzt. Ein echtes Highlight dabei: Hinter dem Hauptgastraum hat Demiro eine komplette alte Haushaltsküche im Stil der 1970er-Jahre nachgebaut, samt schreiend gemusterter Tapete und spießig-ironischer Deko. In dem fast musealen Hinterzimmer soll nicht gekocht, sondern im normalen Gästebetrieb als Rückzugsort entspannt gefeiert werden. „Wo fanden früher die geilsten Partys statt? Immer in der Küche“, erklären die Macher.

Dieses Gefühl wollen sie den Bar-Besuchern zurückbringen – und freuen sich schon darauf, wie das 2022 beim Publikum der documenta ankommen wird. (Axel Schwarz)

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