Wasserläufe werden mit einem Spezialboot gemäht

Einsatz gegen die Wasserpest in der Karlsaue

Loris Brinckmann ist mit einem Spezialboot vor der Insel Siebenbergen unterwegs und entfernt Wasserpest
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Raum für andere Pflanzen schaffen: Loris Brinckmann war gestern mit einem Spezialboot vor der Insel Siebenbergen unterwegs und entfernte jede Menge Wasserpest.

Nicht nur auf der Blumeninsel Siebenbergen werden die Pflanzen gepflegt, auch in den Wasserläufen, die die Insel in der Karlsaue umgeben, ist dieser Tage einiges zu tun.

Dort sind Mitarbeiter der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) mit der sogenannten Mahd, also der Ernte von Wasserpflanzen, beschäftigt. „Bei der Mahd wird in etwa einem Meter Tiefe die Wasserpest geschnitten, um auch anderen Pflanzen wieder Raum zu schaffen“, erklärt Lena Pralle, Pressesprecherin bei der MHK.

Auch wenn sie danach klingt, gefährlich ist die Wasserpest für den Menschen nicht. „Die ist harmlos, sie heißt nur deshalb so, weil sie so schnell wächst wie die Pest“, sagt Pralle. Das sei insofern lästig, weil sie andere Pflanzen verdränge. Dadurch und weil alte Pflanzenteile im Spätsommer auf den Grund sinken würden, wo sie dann verrotteten, werde dem Gewässer Sauerstoff entzogen. Das könne wiederum für die dort lebenden Fische gefährlich werden.

Seit 2019 entfernt die MHK die Wasserpflanze daher einmal jährlich im Sommer mit einem Spezialboot. „Durch die Regelmäßigkeit hoffen wir, den Wuchs der Wasserpest zu reduzieren“, sagt Pralle. Sei diese entfernt, könnten unter anderem wieder Seerosen in dem Gewässer wachsen.

Wann genau die Mitarbeiter die Wasserpflanzen jeweils mähen, hängt vom Wetter ab. „Das passiert mal früher, mal später“, sagt Pralle.

Bei der Erntetour arbeiten die MHK-Mitarbeiter mit Mitgliedern des Kurhessischen Angelvereins zusammen. „Die Mitglieder des Vereins angeln in unseren Gewässern, dafür helfen sie bei der Mahd“, sagt Pralle. Die Aufgabe der Angler ist es, Ausschau nach gestrandeten Fischen zu halten. Diese werden dann wieder ins Wasser zurückgesetzt.

Neben den Wasserläufen an der Insel Siebenbergen werden derzeit auch Teile des Küchengrabens gemäht. „Dabei werden voraussichtlich mehrere Kubikmeter Schnittgut zusammenkommen“, erklärt Pralle. Wie viel genau, könne man derzeit noch nicht sagen.

Mäharbeiten konnten Passanten zuletzt nicht nur in der Karlsaue, sondern auch am Bugasee beobachten. Dort geschehen die Arbeiten allerdings nicht im Auftrag der MHK, sondern der Stadt Kassel. „Am 18. und 19 August wurden wie in den vergangenen Jahren Unterwasserpflanzen gemäht“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab. Bei den Arbeiten handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Denn die Pflanzen können ungeübte Schwimmer bei Berührungen irritieren, im schlimmsten Fall auch in Panik versetzen. Um solche Vorfälle zu verhindern, wird im Bereich der Badezonen gemäht.

Von Marie Klement

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