Spieler wurden weggeschickt

Ist Boule jetzt verboten? MHK hat in der Karlsaue und anderen Parks mehr kontrolliert

Auch vor der Orangerie treffen sich immer wieder Boule-Spieler.
+
Auch vor der Orangerie treffen sich immer wieder Boule-Spieler.

Ist Boule spielen in Parks in Kassel jetzt verboten? Die MHK hat in jüngster Zeit verstärkt kontrolliert.

Kassel – Frank Hofmann hat die Welt nicht mehr verstanden. Seit drei Jahren trifft er sich in lockerer Runde mit fünf bis acht Mitspielern zum Boule vor der Orangerie. Das hat vor dem historischen Gebäude in der Karlsaue Tradition und wird seit Jahrzehnten dort betrieben. Und damit soll jetzt Schluss sein? Hofmann will und kann das nicht glauben. Doch für den 59-jährigen Elektriker und seine Mitstreiter sah es bis gestern genau so aus.

Denn vor ein paar Tagen beim jüngsten Treffen wurden sie von zwei Herren in blauen Ordnungsdienstanzügen angesprochen. Freundlich aber bestimmt, sagt Hofmann. Sie dürften jetzt gern ihre Runde noch zu Ende spielen, dann müsse aber Schluss sein. Ein Schock für die Boule-S-Spieler, die kurz darauf enttäuscht ihre Sachen zusammengepackten. Er könne das nicht nachvollziehen, sagt Hofmann. „Wir sind alle über 50, spielen friedlich unsere Runde und stören doch keinen Menschen.“

Darf jetzt in der Parks der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) kein Boule, kein Frisbee und kein Federball gespielt werden? Solche Befürchtung haben auch andere Besucher geäußert und sich per E-Mail bei der Verwaltung gemeldet. „Nein, keine Sorge“, sagt Lena Pralle, Sprecherin der MHK und erklärt, was passiert ist: Auf dem Höhepunkt der coronabedingten Einschränkungen seien die Parks sehr stark genutzt worden. Und das teilweise auch rücksichtslos gegenüber anderen Besuchern. Deshalb habe man die Parkaufsichten damit beauftragt, häufiger zu kontrollieren.

Wenn auf der Wiese vor der Orangerie gegrillt werde, dann sei das angesichts vieler sehr trockener Tage gefährlich. Rücksichtslose Radfahrer, größere Gruppen, die sich zum Fußball treffen und – auch das gab es – die Umnutzung der Wiese als Übungsgelände für den Golf spielenden Nachwuchs seien problematisch.

Freuen sich, dass es weiter geht: Georg Klima (von links), Michael Wehner, Michael Jeske, Grit Behnke, Vera Maus, Dagmar Stöcker. Das Foto hat Frank Hofmann vor Corona gemacht.

Im Zuge dieser Kontrollen seien auch die Boule-Spieler angesprochen worden. Was sich daraus entwickelte, war wohl eher ein Missverständnis. „Das sind ruhige und friedliche Nutzer der Anlagen, die wollen wir wirklich nicht vertreiben“, sagt Pralle. Es habe auch niemand etwas dagegen, wenn auf der Wiese Frisbee gespielt werde. Und wenn ein paar Kinder sich einen Ball zuspielen, sei das auch in Ordnung. Die Grenze sei da erreicht, wo andere Besucher beeinträchtigt würden und es zu Beschädigungen oder groben Verunreinigungen komme.

Die Boule-Spieler sind jedenfalls erleichtert. Sie wollen sich in den nächsten Tagen wieder vor der Orangerie treffen. „Das ist eine super Nachricht, ich freue mich“, sagt Frank Hofmann. Er und alle anderen, die die Parks mit Rücksicht und entsprechend der Vorgaben nutzen, seien weiter willkommen, versichert MHK-Sprecherin Lena Pralle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.