Alte Eiche ist in Aueteich gestürzt

Spuren des Sturms sind lange sichtbar: 60 Bäume in Karlsaue gefällt

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Alle Hände voll zu tun: Eine 25 Tonnen schwere Eiche ist in das Große Bassin in der Karlsaue gestürzt. Sie ist einer von 60 Bäumen, die in der Aue den Wetterkapriolen zum Opfer gefallen sind.

In der Kasseler Karlsaue mussten 60 Bäumen gefällt werden. Einige sind während des Sturms umgefallen. Andere sind von der Trockenheit geschwächt und drohen umzustürzen.  

  • Bäume in Kassel haben mit mehreren Problemen gleichzeitig zu kämpfen. 
  • In der Karlsaue mussten 60 Bäume gefällt werden. 
  • Sturm, Trockenheit, aber auch Nässe machen Bäumen zu schaffen. 

Südstadt – In der Karlsaue mussten in den vergangenen Wochen60 geschwächte Bäume gefällt werden, von denen manche über 150 Jahre alt waren.

Einige – wie etwa am Großen Bassin – sind während des Sturms umgefallen. Grund für die Probleme der Bäume ist eine Kombination mehrerer Ursachen: „Erst zwei trockene Sommer, dann der Sturm und nun zu viel Nässe. Der Boden ist weich wie Pudding. Die Wurzeln haben keinen Halt mehr“, sagt Florian Kahl, Leiter des Gartenbetriebshofs Karlsaue der Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK).

In Kassel werden Schäden von Sturm beseitigt - Baum ins Große Bassin gestürzt

Die Aufräumarbeiten in der Karlsaue werden wohl noch etliche Wochen dauern. Weil die Böden aufgeweicht sind, können die MHK-Mitarbeiter nicht mit schweren Maschinen arbeiten, um die Stämme abzutransportieren. Vor eine besondere Herausforderung stellt die Gärtner eine knapp 200 Jahre alte Eiche, die ins Große Bassin gestürzt ist. Der Baum ist 35 Meter lang und wiegt gut 25 Tonnen. Eigentlich wäre ein Kran nötig, sagt MHK-Gärtnermeister Thomas Huck, doch der würde in dem weichen Untergrund einsinken.

Not macht erfinderisch: Mit einer schwimmenden Arbeitsplattform, Motorsägen, Stahlseilen und einer Seilwinde wird der Baum in Stücken ans Ufer gebracht.

Arbeiten vom Wasser aus: Loris Brinkmann (links) und Anne Poten auf einer schwimmenden Arbeitsplattform.

„So etwas habe ich hier auch noch nicht erlebt“, sagt Huck. Zum Teil wurden auf wenigen Metern gleich zehn Bäume entfernt: Lerchen, Birken, Ahorn, Buchen. „Die waren abgestorben und mussten rechtzeitig vor der Brutzeit gefällt werden“, sagt Gartenbetriebshofleiter Kahl. Geschehe dies nicht, könnten die toten Bäume irgendwann umstürzen und seien so eine Gefahr für Besucher.

Nicht nur Sturm und Trockenheit Problem in Kassel: Kein Halt für Bäume

Die Feuchtigkeit macht der MHK in der Karlsaue Probleme. Vor allem zwischen Hirsch- und Küchengraben bilden sich immer wieder große Seen. Viele Bäume finden dort keinen Halt mehr.

Im Bergpark gibt es diese Schwierigkeiten nicht, weil das Wasser dort schnell abfließt. Dafür leiden die Bäume dort stärker unterTrockenschäden.

Insgesamt stehen in der Karlsaue 12 000 Bäume. Das Parkkonzept sieht vor, dass nur Bäume nachgepflanzt werden, die in den historischen Plänen des Parks auch vermerkt sind.

Von Bastian Ludwig

Orkan Victoria sorgte im Februar in ganz Nordhessen für Schäden. So stürzten zwei Bäume an der Linie 4 um und behinderten den Tram-Verkehr zwischen Helsa (Landkreis Kassel) und Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis). 

Auch Sturm Friederike sorgte für zahlreicheSchäden in der Karlsaue in Kassel. Neben zerstörten Bäumen wurde durch den Sturm auch eine Hand von einer Skulptur abgeschlagen. 

Video: Deja-vu! VICTORIA hinterlässt neue Sturmschäden

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