Haftstrafe oder hohe Geldstrafe

Kasseler Biber wurde erschossen - Strafanzeige erstattet

Kassel. Die Todesursache ist geklärt: Der Biber, der im September am Kasseler Auedamm aus der Fulda gezogen wurde, ist erschossen worden.

Das berichtete Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Kassel. Der 19 Kilogramm schwere Kadaver war zunächst tiefgefroren und jetzt im Naturkundemuseum untersucht worden, dabei seien „eine ganze Reihe von Schrotkugeln“ entdeckt worden. Über die Tat seien die Mitarbeiter in Oberer Naturschutzbehörde beim RP und Forstamt Wolfhagen „fassungslos“, sagte Conrad.

Das Regierungspräsidium erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die jetzt ermittelt.

„Beim Biber handelt es sich um eine besonders und streng geschützte Tierart“, sagte Conrad. Das vorsätzliche Töten eines Bibers sei eine Straftat und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder hohen Geldstrafe zu ahnden. Selbst wenn der Schütze nicht erkannt haben sollte, dass es sich um einen Biber handelte, habe er fahrlässig gehandelt.

Biber an den Waldauer Kiesteichen - aufgenommen per Fotofalle

Alexander Michael, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Hessen, verurteilte den Abschuss. Er betonte den jahrelangen Einsatz der Jäger für die Wiederansiedlung der Nagetiere in Hessen. Im Herbst 2013 waren erstmals Spuren des nun getöten Bibers gefunden worden. Es waren die ersten im Kasseler Stadtgebiet nach 300 Jahren, in denen die Art als ausgestorben galt.

Biologen und Naturschützer werteten die Entdeckung als Sensation. Ende November waren an den Waldauer Kiesteichen frische Spuren eines zweiten Tieres entdeckt worden. Diesem Biber geht es offensichtlich gut, wie aktuelle Aufnahmen von einer Infrarot-Foto-Falle belegen, die das RP veröffentlichte.

(clm)

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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