Gebäude des ehemaligen Versorgungsamts soll verkauft werden

Maroder 70er-Jahre-Bau in der Kasseler Südstadt steht leer

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Kassel. Die Mieter sind ausgezogen, das achtstöckige Hochhaus mit dem angrenzenden Gebäudetrakt, in dem bis vor wenigen Monaten noch das Hessische Amt für Versorgung und Soziales untergebracht war, steht leer.

Seit Jahren ist das Portal im Eingangsbereich mit einem überdachten Baugerüst geschützt. Der Grund: Bröckelnder Putz der Balkone könnte Passanten gefährden.

Jetzt ist das gesamte Grundstück mit einem hohen Zaun abgesperrt, Schilder mahnen: Betreten des Grundstücks verboten.

Was passiert mit dem maroden Gebäudekomplex an der Frankfurter Straße 84a? „Das Objekt wurde abgesperrt, um zu verhindern, dass sich Unbefugte Zutritt zu dem Gebäude verschaffen können“, sagt Ate Plies, die Sprecherin des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH). Wie es weitergehe, können sie nicht sagen. „Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen prüft zurzeit, wie das Gebäude sinnvoll nachgenutzt werden kann“, lautet die Antwort.

Das Land will das Grundstück mit dem 70er-Jahre-Bau verkaufen. Es sei nicht zu erwarten, dass ein Käufer das ehemalige Wohnhaus weiter nutzen wird. Ein Gutachten hatte den Sanierungsbedarf auf 14 Mio. Euro beziffert. Festgestellt wurden unter anderem Risse in der Außenfassade, Brandschutzmängel und Fehler in der Haustechnik.

Das Versorgungsamt hatte seine angestammten Büros bereits im März geräumt und war in den Kasseler Osten, an die Mündener Straße 4, gezogen. Dort haben die 130 Mitarbeiter Räume im frei gewordene SMA-Gebäude bezogen. Davor hatte das Land lange nach einem neuen Standort für das Versorgungsamt, das vor allem Elterngeldanträge sowie Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht aus der Stadt Kassel und den Kreisen Kassel, Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg bearbeitet, gesucht. Die Kritik am neuen Standort bezog sich vor allem darauf, dass er zwar mit dem Bus erreichbar sei, aber für Kunden mit körperlichen Einschränkungen einen größeren Aufwand bedeute. Es gibt keine Tramanbindung.

Auch der Ortsbeirat der Südstadt hat das Thema schon behandelt und den Wunsch geäußert, dass an dieser Stelle „bezahlbarer Wohnraum“ entstehen soll. Geschäfte im Erdgeschoss seien ebenfalls vorstellbar, aber Wohnen sollte Priorität haben, so Ortsvorsteherin Kerstin Saric. Die AG Südstadt könne sich auch einen Treffpunkt für Spiele und Bürgerfest vorstellen. Saric: „Entscheidend ist, dass möglichst bald was passiert, denn so eine Brache mitten im Stadtteil ist unschön“. 

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