Straße zwischen Orangerie und Drahtbrücke gesperrt

Bombensuche in der Aue: Mehrere Verdachtsfälle

Kassel. Am Auedamm hat die Suche nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg begonnen.

Mit einem Bohrer gehen die Mitarbeiter der Firma Tauber aus Weiterstadt bis zu sechs Meter in die Tiefe. Mit einer Sonde wird dann der Untergrund im Umkreis von jeweils einem Meter überprüft. Dass hier eine Bombe eingeschlagen und nicht detoniert ist, kann man anhand von Luftbildern nachvollziehen. Ob die Bombe noch in der Erde steckt oder möglicherweise irgendwann entfernt wurde, weiß niemand.

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs vermuten Fachleute überall im Stadtgebiet noch Blindgänger. Am Auedamm wollen die Stadt und die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) endlich Klarheit schaffen. Das ist unter anderem für den Zissel wichtig, der seine Bühnen und Fahrgeschäfte auf dem Gelände zwischen Spitzhacke und Orangerie aufbauen will.

Maßarbeit: Zouhir Zemiani justiert das Gerät für die nächste Bohrung am Auedamm.

Bei der Auswertung der Luftbilder sind unter anderem Verdachtspunkte zwischen der Fulda und der Wendeschleife vor der Orangerie und neben der Drahtbrücke festgestellt worden. Auch unter dem Parkplatz vor der Drahtbrücke könnte es noch einen Blindgänger geben. In unmittelbarer Nähe soll im Sommer das Kulturzelt aufgebaut werden. Deshalb wird der Parkplatz in der kommenden Woche ebenfalls unter die Lupe genommen.

Auebad erreichbar

Wegen der Bombensuche bleibt der Auedamm zwischen der Drahtbrücke und der Wendeschleife bis zum Wochenende gesperrt. Das gilt auch für die Linienbusse auf der Bäderlinie die das Auebad aber weiterhin aus Richtung Damaschkebrücke erreichen.

Die Sperrung des Auedamms bietet die Gelegenheit dafür, das Pflaster der Wendeschleife vor der Orangerie zu erneuern. Das geschieht im Auftrag der Stadt, die sich an den Kosten der Bombensuche und -entschärfung mit 35 000 Euro beteiligt. Auch im heutigen Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe sind im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Bomben aufgeschlagen. Dokumentiert sind Treffer am 29. Januar 1945. Damals wurde unter anderem der Mittelteil von Schloss Wilhelmshöhe zerstört. Das Ziel der amerikanischen Bomber damals waren eigentlich die Henschelwerke und die Gleise der Bahn. Durch die dichte Wolkendecke gab es allerdings deutliche Abweichungen.

Seit dem Beginn der systematischen Bombensuche im vergangenen Jahr haben die Fachleute vom Kampfmittelräumdienst im Bergpark und in der Aue 50 Bomben entschärft. Die meisten davon waren Brandbomben.

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