Aus drei Spinden im Saunabereich soll Geld verschwunden sein

Keine Aufbruchspuren: Mysteriöse Diebstähle im Auebad

Der Spind: Den Coin bekommt man an der Kasse und aktiviert damit das Schließsystem. Foto:  Fischer

Drei mysteriöse Diebstähle aus Spinden im Auebad beschäftigen die Kasseler Polizei und die Städtischen Werke. „Wir tappen völlig im Dunkeln“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner.

Denn es gibt weder Aufbruchspuren noch Hinweise auf eine technische Überlistung des Schließsystems. „Wir können diese Fälle auf technischer Ebene nicht nachvollziehen“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke.

Fest steht nur, dass drei Besucher, die am Montag, 20. April, zu verschiedenen Tageszeiten im Saunabereich des Bads waren, Geld vermissen. Alle drei Männer erstatteten Anzeige wegen Diebstahls. Aus ihren Portemonnaies, die in den Spinden in der Sammelumkleide der Sauna eingeschlossen waren, seien Summen zwischen 100 und 160 Euro verschwunden.

Besucher des Auebads bekommen an der Kasse einen Chip, mit dem sie das Drehkreuz passieren und das Schließsystem ihres Spindes aktivieren können. Der Chip wird zuvor in ein Armband geschoben, das dann mit in den Schwimm- beziehungsweise Saunabereich genommen wird. Normalerweise kann der Spind nur mit diesem Chip wieder geöffnet werden.

Ingo Pijanka

Sollte ein Gast im Bad seinen Chip mit Armband verlieren, dann gibt es nach Angaben von Pijanka die Möglichkeit, den Schrank mit einem so genannten Master-Coin zu öffnen. Dieser Chip müsse dafür an der Kasse programmiert werden. Er sei aber nur einmal benutzbar. Wenn ein Schrank mit einem Master-Coin geöffnet wurde, sei dieser auch nicht mehr verschließbar. Dass solch ein Master-Coin in den drei Fällen am 20. April benutzt wurde, sei daher auszuschließen.

Zudem habe man sich bei den Städtischen Werken aus Sicherheitsgründen bewusst dagegen entschieden, einen Generalschlüssel für alle Schränke bereit zu halten, sagt Pijanka. Aus dem einfachen Grund, dass dieser gestohlen werden könnte.

Auch die Polizei habe keinerlei Hinweise darauf, dass das Sicherheitssystem intern von einem Mitarbeiter des Bades überlistet worden wäre, sagt Sprecher Torsten Werner. Solch ein Master-Coin könne nur im Kassenbereich codiert werden und dieser sei kameraüberwacht. Eine Möglichkeit wäre, dass ein externer technisch versierter Krimineller den Code enstchlüsselt und sich Zugang zu den Schränken verschafft habe.

Dass ein Krimineller das Kassen- und Schließsystem knacken könne, davon habe die Herstellerfirma noch nie gehört, sagt Pijanka. Man habe den Hersteller, der auch große Fußballarenen ausstattte, natürlich um Stellungnahme gebeten.

Einen Aufbruchsversuch

Pijanka weist daraufhin, dass es seit Eröffnung des Bades im Sommer 2013 nur einen versuchten Aufbruch eines Spindes gab. Allerdings würden die Mitarbeiter immer wieder beobachten, dass Gäste ihren Schlüssel nicht am Körper tragen, sondern das Band einfach auf dem Handtuch in der Schwimmhalle liegen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.