Container als Provisorium seit 2017

Baustart auf Kassels Campingplatz: Verwahrlostes Betriebsgebäude wird erneuert

Kassels Campingplatz an der Fulda. im April 2018. Das verwahrloste Hauptgebäude im Zentrum war damals schon von der Stadt in einer Zwangsversteigerung erworben (2017), aber noch vom bisherigen Privateigentümer besetzt.
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Idyllisch gelegen: Kassels Campingplatz an der Fulda. Unser Luftbild von 2018 zeigt noch den Zustand vor der Zwangsräumung mit dem verwahrlosten Wirtschaftsgebäude im Zentrum hinter einer Abzäunung.

Bis zum kommenden April soll Kassels Campingplatz an der Fulda komplett modernisiert sein. Die Arbeiten zum Neubau des maroden Wirtschaftgebäudes haben begonnen.

Kassel – Nach langjährigen Querelen mit dem früheren Privatbetreiber, die im Sommer 2019 in einer Zwangsräumung gipfelten, nimmt die Stadt nun den Neubau des verwahrlosten Betriebsgebäudes in Angriff. Auf dem umliegenden Gelände läuft bereits seit 2017 wieder der Campingplatzbetrieb in Regie von Kassel Marketing. Containerbauten ersetzten seither provisorisch die Funktionen des Hauptgebäudes.

Dieser Altbau soll laut Mitteilung der Stadt noch im Oktober teilweise abgebrochen werden. Die Baugenehmigung liege seit kurzem vor. Da die Substanz doch nicht so schlecht ist wie anfangs befürchtet, soll es flott vorangehen: Das Fundament, die Betonsäulen und die darauf ruhende Platte können erhalten und fit gemacht werden. Eine neue Außenhülle fürs Obergeschoss soll dann aus Fertigbauteilen im November und Dezember entstehen. Dann kommt der Innenausbau. Ziel ist, dass zum Saisonstart 2021 alles fertig ist.

So soll es werden: Bis zum Saisonstart 2021 soll der Neubau fertig sein.

Einschließlich ergänzender Arbeiten auf dem Gelände werden 1,8 Millionen Euro investiert. Bauherrin ist die Kassel Marketing GmbH, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) koordiniert die Arbeiten. Geplant wurde der Neubau vom Kasseler Architekturbüro Schulze Schulze Berger. Neben der Campingplatz-Rezeption wird das Betriebsgebäude zeitgemäße Sanitäranlagen, Räume für die Gäste, einen Einkaufsladen sowie ein gastronomisches Angebot fürs Camping-Publikum umfassen.

Auch auf dem Platz selbst soll sich noch einiges tun: Nachdem in diesem Sommer das Grimmwald Tiny House als Übernachtungsangebot für naturverbundene Menschen ohne eigenen Wohnwagen in Betrieb gegangen ist, sind laut Kassel Marketing für 2021 noch weitere solcher Holz-Minihäuser in Planung.

Mit dem spürbaren Plus an Komfort solle mittelfristig auch erreicht werden, dass Camper und Wohnmobiltouristen länger in Kassel verweilen, sagte Hubert Henselmann, Bereichsleiter Tourismus bei Kassel Marketing. Dabei helfen solle ein neues, gestaffeltes Preismodell, mit dem der Übernachtungspreis künftig schon ab dem zweiten Tag attraktiver wird.

In dieser Saison seien die Gästezahlen trotz Corona und spürbar reduzierter Stellplatzkapazität „erstaunlich gut“ gewesen, heißt es bei Kassel Marketing. Von Juni bis Ende September wurden 14.775 Übernachtungen gezählt. Das seien zwar weniger als im Vorjahr, aber mehr als in der Saison 2018 gewesen.

Mit dem Endausbau des aufgewerteten Campingplatzes sieht Kassel-Marketing-Geschäftsführer Andreas Bilo „ein Potenzial für mindestens 25 000 Übernachtungen pro Jahr“. Die Bewirtschaftung des Platzes und der Gastronomie soll laut Kassel Marketing per Ausschreibung „an einen oder mehrere Partner vergeben“ werden. Bisher hat sich die Baunataler Diakonie Kassel (bdks) um das Management vor Ort gekümmert. (von Axel Schwarz)

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