In ehemaliger Kinderklinik

Neue Unterkunft in der Südstadt ab Januar: Platz für 150 Flüchtlinge

Flüchtlinge statt Krankenschwestern: In dem ehemaligen Schwesternwohnheim des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld wird eine Unterkunft für bis zu 150 Asylbewerber eingerichtet. Foto: Koch/Archiv

Südstadt. Die Firma Vinber, die bereits im Druseltal und in der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule (Forstfeld) Flüchtlingsunterkünfte für die Stadt Kassel betreibt, ist neuer Eigentümer des ehemaligen Kinderkrankenhauses Park Schönfeld.

Dort soll bis Anfang nächsten Jahres ebenfalls ein Wohnheim für Asylbewerber eingerichtet werden.

Das Kasseler Klinikum, dem das 15.500 Quadratmeter große Gelände an der Frankfurter Straße bisher gehörte, bestätigte den Verkauf auf Anfrage der HNA. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt Klinikumssprecherin Gisa Stämm. Der Gebäudekomplex steht seit dem Umzug des Kinderkrankenhauses auf das Gelände des Klinikums auf dem Möncheberg Ende 2011 leer. Jetzt sollen dort Asylbewerber untergebracht werden. Wie berichtet, braucht die Stadt Kassel wegen der stark gestiegenen Flüchtlingszahlen dringend neue Unterkünfte.

Die Gemeinschaftunterkunft mit 150 Plätzen soll im ehemaligen Schwesternwohnheim des Krankenhauses eingerichtet werden. Der Einzug der zukünftigen Bewohner wird voraussichtlich ab dem 1. Januar 2015 möglich sein, teilte die Firma Vinber mit.

Privatsphäre für Bewohner

„Das ehemalige Schwesternwohnheim ermöglicht eine Wohnsituation, die den dort vorrübergehend lebenden Menschen auch in einer Gemeinschaftsunterkunft eine Privatsphäre ermöglicht“, sagte Dr. Jürgen Barthel, Kämmerer und Sozialdezernent der Stadt Kassel. Die neue Unterkunft trage zudem dazu bei, dass bis auf Weiteres auf eine Unterbringung von Flüchtlingen in Wohncontainern verzichtet werden könne, sagte Barthel.

Wie berichtet, hatte die Stadt zunächst geplant, in der Nordstadt an der Bunsenstraße eine Containerunterkunft zu errichten. Dagegen gab es massive Kritik aus dem Stadtteil und der Bürgerschaft. Die Immobilie Park Schönfeld, die Barthel schon länger für ein Flüchtlingswohnheim im Auge hatte, war erst im Sommer wieder zur Option geworden. Bis dahin war das Gebäude von der Stadt als möglicher Standort für ein Sportleistungszentrum des türkischen Fußballclubs Galatasary Istanbul zurückgestellt worden.

Parkplatz noch nicht verkauft

Im Schwesternwohnheim werden nun Flüchtlinge einziehen, aber was passiert mit dem Gebäudeteil, der früher die Kinderklinik beherbergte? Dazu liefen erste Gespräch mit dem Stadtplanungsamt, sagt Bernardo Barba von der Firma Vinber. Details wollte Barba nicht nennen. Wenn die Pläne spruchreif seien, werde man darüber informieren.

Der früher zum Kinderkrankenhaus gehörige Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Frankfurter Straße ist nicht nicht mitverkauft worden. Er soll nach Angaben des Kasseler Klinikums gesondert veräußert werden.

Vinber: Firma aus Kassel

Die Firma Vinber ist ein Projektentwickler sowie Bestandshalter und Betreuer von Immobilien. Die GmbH hat in ihren Sitz im Druseltal. Vinber ist nach eigenen Angaben auf den Neubau, die Sanierung und Modernisierung von Immobilien, insbesondere Wohngebäude und kleinere Gewerbeobjekte spezialisiert. Vinber ist Eigentümer und Betreiber der Flüchtlingsunterkunft im Druseltal sowie Betreiber der Unterkunft in der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld, einer städtischen Immobilie. Der Firmenname geht übrigens auf die Vornamen der beiden Geschäftsführer zurück: Vincenzo und Bernardo Barba (rud) 

Hinweis: In einer früheren Version haben wir die Quadratmeterzahl irrtümlich mit 1550 angegeben. Richtig ist: es sind 15.550 Quadratmeter. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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