Richtfest für Neubau - Einrichtung der Roland-Berger-Stiftung

Neues Zuhause für zwölf Flüchtlingsjungen auf HNA-Gelände

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Warme Atmosphäre: Der Sozialpädagoge Regj Hisenaj wird das Wohnheim leiten und ist jetzt schon angetan von dem Holzhaus. Bis Februar soll alles fertig sein.

Kassel. Nicht einmal drei Monate nachdem der erste Bagger anrückte, wurde am Mittwoch Richtfest für das neue Flüchtlingswohnheim gefeiert, das direkt neben dem Verlagshaus der HNA entsteht. 

Noch sind Wände und Boden nackt, doch im Inneren des Rohbaus herrscht bereits eine warme Atmosphäre. In dem Haus an der Frankfurter Straße sollen im Februar zwölf jugendliche Flüchtlinge einziehen, die ohne ihre Familie nach Deutschland gekommen sind. „Das Holz macht es schon richtig wohnlich“, sagt Regj Hisenay. Der Sozialpädagoge aus Kassel wird die Einrichtung der Roland-Berger-Stiftung leiten.

Gestern wurde Richtfest für den Neubau gefeiert, der in Holzbauweise errichtet und von der Ippen-Stiftung finanziert wird. „Die Freude über das gelungene Gebäude ist besonders groß, weil es einer gemeinnützigen Aufgabe dient,“ sagt HNA-Verleger Dr. Dirk Ippen. „Von hier aus sollen junge Flüchtlinge ihren Weg in unsere Gesellschaft finden.“

Die Roland-Berger-Stiftung als Betreiber der Wohngruppe wird das zweigeschossige Haus von der Partnerstiftung mieten. Auch die zentrale Lage biete beste Voraussetzungen, damit sich die Jugendlichen in Kassel integrieren könnten, sagte Stiftungsvorstand Dr. Tobias Raffel.

Trotz der Lage im Dreieck zwischen Bahngleisen und der vielbefahrenen Frankfurter Straße werde in dem Haus ein ruhiges Wohnen möglich sein, betonte Joachim Schander vom Kasseler Architekturbüro BSH. „Das Gebäude könnte man jetzt vermutlich auch als Tonstudio nutzen“, fügte der Architekt mit einem Augenzwinkern hinzu. Wegen der hohen Auflagen durch das Umweltamt habe man besondere Schallschutzfenster eingebaut, die auch in der Hamburger Hafencity zum Einsatz kommen – damit die Bewohner dort nicht von den lauten Schiffsignalen gestört werden.

Nach dem grünen Licht von den Behörden ist das Gebäude in rekordverdächtiger Zeit errichtet worden. Vor 14 Wochen habe man den Auftrag erhalten, berichtete Juniorchef Kai Kühlborn von der gleichnamigen Holzbaufirma aus Spangenberg. Mitte August rückten die Bagger an, und nun laufen schon die letzten Dachdeckerarbeiten. In den nächsten Tagen beginnt der Innenausbau.

Die räumlichen Bedingungen seien ideal für die Arbeit mit den Jugendlichen, freut sich Einrichtungsleiter Hisenaj. Einziehen werden zwölf Jungen, die rund um die Uhr betreut werden. Für jeden gibt es im Obergeschoss ein eigenes kleines Zimmer. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen einen Rückzugsort haben“, sagt der 35-Jährige, der seit fünf Jahren in der Flüchtlingsarbeit tätig ist. „Sie haben viel erlebt und viel zu verarbeiten.“ 

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Weitere Infos unter www.rolandbergerstiftung.org

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