Alle anderen Heime sind belegt

Park Schönfeld: Erste Flüchtlinge im Kinderkrankenhaus

Vorerst nur im Erdgeschoss: Um auch die oberen Etagen des ehemaligen Schwesternwohnheims von Park Schönfeld belegen zu können, müssen noch zwei Fluchttreppen angebracht werden.

Kassel. Bis zur letzten Minuten liefen die Vorbereitungen, gegen 13.30 Uhr traf dann der Bus aus Gießen am ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld ein.

Aus der hessischen Erstaufnahmestelle sind gestern 30 neue Flüchtlinge nach Kassel gekommen. Darunter waren Menschen aus dem Irak, dem Kosovo, Albanien, Syrien und Eritrea. 24 davon leben jetzt in der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Frankfurter Straße.

Weil alle 450 Plätze in den anderen Kasseler Flüchtlingsheimen belegt sind, hat die Stadt die Unterkunft kurzfristig in Betrieb genommen. Drei der Neuankömmlinge sind bei Verwandten untergekommen, drei in einer Pension. Weil zuletzt keine Heimplätze mehr frei waren, hat die Stadt vorübergehend zehn Plätze in einer Pension angemietet.

Im neuen Wohnheim Park Schönfeld steht vorerst nur das Erdgeschoss zur Verfügung. Dort gibt es insgesamt 30 Plätze in Zwei- bis Fünf-Bett-Zimmern. „Sechs Plätze haben wir jetzt noch für Notfälle zur Verfügung“, sagt Mario Neumann vom städtischen Sozialamt.

Mit Ach und Krach habe man es geschafft, die untere Etage noch rechtzeitig zur Ankunft der neuen Flüchtlinge bezugsfertig zu machen, sagt Amtsleiterin Ute Pähns. Erst am Dienstag war eine nötige Genehmigung von der Bauaufsicht erteilt worden. Mit Hochdruck wurden dann noch letzte Türen und Zwischenwände eingezogen, die der Brandschutz vorschreibt. Gestern Morgen wurde auf den letzten Drücker noch eine Küche eingebaut. Betreiber des Heims ist die Firma Vinber, unter deren Regie auch die Unterkunft im Druseltal steht. Vinber hatte die Immobilie im Oktober vom Kasseler Klinikum erworben.

Fluchttreppe nötig 

Die beiden oberen Etagen sind derzeit noch nicht nutzbar: Aus Brandschutzgründen müssen erst noch zwei Fluchttreppen angebracht werden. Dafür müssen noch Betonfundamente gegossen werden - was nur bei Plusgraden möglich ist. Wann genau auch der Rest der Unterkunft belegt werden kann, sei daher nicht genau vorherzusagen, erklärt Sozialamtsleiterin Pähns. Zumal während der Feiertage die Arbeit ruht. „Wir tun alles dafür, dass alles so bald wie möglich fertig ist.“

Für 2014 sind keine Neuzuweisungen mehr vorgesehen. Die nächsten neuen Flüchtlinge erwartet die Stadt Kassel am 7. Januar. Im neuen Jahr wird sich die Zahl der aufzunehmenden Asylbewerber vermutlich nochmals erhöhen (siehe Hintergrund). Im April will die Stadt deshalb in der Graf-Haeseler-Kaserne in Niederzwehren eine weitere Großunterkunft in Betrieb nehmen.

Dieses Jahr kamen 475 neue Asylbewerber

Die Stadt Kassel hat 2014 insgesamt 475 Flüchtlinge aufgenommen - gestern kamen die letzten 30 für dieses Jahr. Nach ihrer Ankunft werden die Menschen in der Regel in einer der Gemeinschaftsunterkünfte untergebracht. Bisher gibt es folgende Flüchtlingsheime in Kassel: die Jägerkaserne am Auestadion (130 Plätze), das Haus Druseltal (130), die Heinrich-Steul-Schule (135) sowie als kleinere Unterkünfte die Villa Seeberg in Harleshausen (25), die Villa Germandi am Jungfernkopf (9) und ein Haus an der Kurhausstraße (25). Im ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld am Auestadion stehen künftig 150 Plätze zur Verfügung. Zum 1. April soll auch die Graf-Haeseler-Kaserne in Niederzwehren (195 Plätze) in Betrieb gehen. Für das neue Jahr rechnet das Sozialamt damit, dass der Stadt Kassel 660 neue Flüchtlinge zugewiesen werden.

Von Katja Rudolph

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