Unverständnis bei Kindern und Anwohnern

Spielplatz weg: Stadt hat Geräte auf Wiese in der Kasseler Südstadt abgebaut

Sind enttäuscht: Spielplatzpate Arnd Mäder (hinten rechts, im blauen Hemd) und Kinder und Eltern aus der Nachbarschaft, die regelmäßig auf der Spielfläche an der Auefeldschule gespielt haben.
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Sind enttäuscht: Spielplatzpate Arnd Mäder (hinten rechts, im blauen Hemd) und Kinder und Eltern aus der Nachbarschaft, die regelmäßig auf der Spielfläche an der Auefeldschule gespielt haben.

Nur noch die Erdhügel zeugen davon, dass auf der Wiese unweit der Auefeldschule bis vor kurzem noch Spielgeräte standen. Sandkasten, Schaukel, Rutsche – alles abgebaut. Anwohner fragen sich: Warum?

Kassel - Der abgebaute Spielplatz sorgt für Unmut bei Eltern und Kindern, die hierher regelmäßig zum Spielen kamen. Aber auch in der Auefeldschule ist man überrascht. Die Arbeiten für den geplanten Anbau seien für Mitte nächsten Jahres vorgesehen gewesen, dass schon ein Jahr vorher der Spielplatz verschwindet, war auch hier nicht bekannt. Auch Ortsvorsteherin Kerstin Saric wusste nicht, dass die Arbeiten beginnen. Bedingt durch die Sommerpause, in der keine Sitzungstermine stattgefunden haben, und die Schulferien sei die Kommunikation sicher nicht ganz zufriedenstellend verlaufen, räumt die Stadt Kassel ein. Der Abbau der Spielgeräte sei notwendig gewesen, da das Gelände vor Beginn der Arbeiten für den Neubau auf Kampfmittel untersucht werden müsse. Das Ergebnis der Kampfmittelsondierung werde für den weiteren Planungsprozess und für die Ausschreibung der Arbeiten, die Mitte nächsten Jahres beginnen sollen, benötigt, heißt es.

Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau für den Ganztagsbereich der Auefeldschule, in dem zukünftig auch die Mensa untergebracht werden soll. Weil die vorhanden Flächen deshalb umorganisiert werden müssten, verändere sich auch die Spielplatzfläche. Darüber hinaus seien die Spielgeräte zum Teil marode gewesen, so dass man ohnehin Ersatz hätte anschaffen müssen. Wirtschaftlich mache es zudem wenig Sinn, neue Geräte mit neuen Fundamenten für wenige Monate aufzustellen, um sie dann bei Baubeginn wieder abzubauen, so die Stadt.

Über diese Aussagen wundert sich Spielplatzpate Arnd Mäder. Mäder hat vor gut 25 Jahren mitgeholfen, den Spielplatz zu errichten. „In Eigenleistung und mit Spendengeldern haben wir den gebaut“, sagt er. Was jetzt passiert ist, nennt er „Diebstahl und Sachbeschädigung“. Die Stadt habe damals keinen Spielplatz errichten wollen. Deshalb habe man selbst Hand angelegt und die Spielwiese mit Bäumen und Bänken wie einen Park gestaltet. „Marode waren die Geräte bestimmt nicht“, sagt Mäder. Man habe die Geräte so gebaut, dass da nichts marode werden konnte. Die Schaukel sei erst vor drei, vier Jahren von der Stadt selbst neu aufgestellt worden, nachdem die vorherige bei Mäharbeiten umgefahren worden war. Auch die Sitzgruppe habe das Gartenamt entfernt, dabei sei die vom Ortsbeirat und Anwohnern für die Spielwiese gespendet worden. Verständnis für das Vorgehen hat Mäder in keiner Weise.

„Jetzt wird auch die letzte Wiese hier zugebaut. Für die Kinder im Auefeld war sie die einzige Spielmöglichkeit“, sagt Mäder. Zudem sei die Fläche ein Notlandeplatz für den Rettungshubschrauber.

Als Ersatz für die Spielfläche will die Stadt jetzt den Schulhof öffnen, damit die Kinder die dortigen Spielgeräte nutzen können. Laut Schulleiterin Nicole Rudolph wäre das allerdings erst möglich, wenn der tägliche Schulbetrieb beendet sei – also nach 17 Uhr. Gerade in den Wintermonaten ist die Schulhoföffnung keine wirkliche Alternative. Die Stadt verweist auf weitere Spielplätze in Laufweite in der Feerenstraße, an der Jägerkaserne und am Botanischen Garten. Bis zum Baubeginn könne auch die alte Spielplatzfläche weiter genutzt werden – jedoch ohne Geräte. (Kathrin Meyer)

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