Massives Aufgebot sichert Begegnung

KSV-Spiel: Polizei nimmt 50 Fans nach Zwischenfällen in Gewahrsam

Kassel. Einige äußerst brenzlige Situationen hatte die Polizei vor und nach dem Regionalliga-Spiel des KSV Hessen Kassel gegen Kickers Offenbach am Samstagnachmittag zu meistern.

Mehrfach versuchten Kasseler Problemfans zu Offenbacher Anhängern vorzustoßen. Ein direktes Aufeinandertreffen verhinderten die Beamten. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden, sagte Polizeisprecher Torsten Werner.

Doch dazu war gerade nach Spielende ein massiver Kräfteeinsatz nötig. Um beide Fangruppen zu trennen, fuhr die Polizei zeitweise einen Wasserwerfer in Position. Zum Einsatz kam dieser nicht.

Insgesamt 50 Kasseler Problemfans seien vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, so Werner. Gegen einige wird ermittelt unter anderem wegen Körperverletzung, Verstößen gegen das Vermummungsverbot und das Betäubungsmittelgesetz.

Die 50 festgesetzten Kasseler Fans waren ums Auestadion bis hinter die Großsporthalle an der Damaschkestraße gelaufen. Von dort wollten sie zum Parkplatz hinter der Eissporthalle, wo die Offenbacher Busse abfahren sollten. Reibungslos lief das nicht. Einige Offenbacher Problemfans versuchten ebenfalls Absperrungen zu durchbrechen und griffen Polizeibeamte an.

Richtig brenzlig wurde es etwa eine Stunde nach Spielschluss, als mehrere Kleinbusse mit Offenbacher Problemfans die Heimreise antreten sollten. An der Kreuzung zum Zubringer zur Autobahn 49 geriet der Verkehr kurz ins Stocken. Eine kleine Gruppe von KSV-Anhängern provozierte vom Straßenrand aus die Offenbacher, die daraufhin aus ihren Fahrzeugen sprangen. Gerade noch rechtzeitig verhinderte eine heraneilende Polizeieinheit Krawalle.

Zuvor waren vor dem Auestadion und an der Frankfurter Straße mehrere Böller mit ohrenbetäubenden Lärm explodiert. Einige Kasseler Fans kletterten sogar über das Dach der Großsporthalle, um zum Gästeblock vorzudringen. Bereits vor dem Spiel hatte die Polizei zwei Personen festgenommen.

Rund ums Auestadion kam es nach Schlusspfiff zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Wegen der drohenden Ausschreitungen sperrte die Polizei zeitweise den Zubringer von der Autobahn 49 in Richtung Innenstadt. Auch an der Auestadion-Kreuzung geriet der Verkehr ins Stocken,

Krawalle nach dem KSV-Spiel gegen Offenbach

Während des Spiels blieb es – abgesehen von Schmähgesängen und Provokationen – friedlich. Auch die kürzlich wohl von Offenbachern geraubten Fahnen Kasseler Fangruppen tauchten nicht auf. Szenekundige Beamte hatten im Vorfeld mit mehreren Gesprächen offensichtlich erfolgreich dafür gesorgt, dass diese nicht für Provokationen mitgebracht wurden. Was dann passiert wäre? „Das wäre der Super-Gau gewesen“, sagte ein Polizist.

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Hintergrund: Lokführer-Streik half der Polizei

Nur etwa 50 der knapp 500 Anhänger von Kickers Offenbach kamen am Samstag per Zug zum Spiel nach Kassel. Dass die Gruppe so klein war, spielte der Polizei durchaus in die Karten. Denn Verzögerungen bei der Heimreise zum Beispiel durch Verspärungen blieben so aus. Auch hätte es am Bahnhof einen weiteren Ort geben können, an dem KSV- und Kickers-Fans hätten aufeinandertreffen können.

Aus Polizeikreisen war zu hören, dass der Lokführer-Streik, der am Donnerstag kurzfristig endete, der Grund war, dass die Gruppe der Zugreisenden so klein blieb. Die allermeisten Offenbacher organisierten ihre Fahrt mit Bussen und Autos. (clm)

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