Hochschule bedauert Lärmbelästigung

„Massive Ruhestörungen“ beim Kunsthochschul-Rundgang in Kassel

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Fest mit Ziege: Die Studenten hatten für ihr Fest zum traditionellen Rundgang, das zu einem großen Teil auf den Grünflächen der Kunsthochschule stattfand, auch eine Ziege dabei. Hier verlief noch alles ruhig und friedlich.

Kassel. Schon wieder kam es zu Lärmbelästigung im Umfeld der Kunsthochschule an der Menzelstraße. 

Während des Rundgangs, bei dem sich die Studenten einmal im Jahr der Öffentlichkeit präsentieren, beschwerten sich erneut Anwohner über Ruhestörung. Und das, obwohl sich die Hochschule – Studenten wie Lehrende und Verwaltungsvertreter – seit Jahren mit Südstadtbewohnern und dem Ortsbeirat bemühen, Konflikte zu vermeiden.

„Bedauerlicherweise“ war es im Anschluss an den ersten Ausstellungsabend nach dem Ende des Rundgangs zu „massiven Ruhestörungen“ gekommen, berichtet Kunsthochschul-Referent Thomas Fröhlich: Vor allem im Atrium habe der Lärm, der durch die „Baumbar“ und eine Sofaecke verursacht worden war, zu zahlreichen Anrufen der Anwohner bei der Hochschule und dem Ordnungsamt geführt. „Die letzte Beschwerde ging kurz vor 5 Uhr morgens ein. Die Musik wurde erst um 9.15 Uhr nach Aufforderung unserer Verwaltung abgestellt“, so Fröhlich. Schlimm wiege, dass in diesem Zusammenhang auch die Ausstellung der Kunstwissenschaften im Säulengang vandalisiert worden war. Sachen wurden mit Farbe beschmiert und Ausstellungsgegenstände von den Halterungen gerissen oder anders beschädigt. „Das hat uns alle schockiert.“

Die Hochschule reagierte gleich am nächsten Tag rigoros: Wir haben entschieden, die „Baumbar“ für den Rest des Rundgangs zu schließen. Des Weiteren galten strikt die offiziellen Schließzeiten. Am Freitag um 21 Uhr, am Samstag um Mitternacht. Mit dem Ende des Rundgangs mussten alle Bars, Essstationen und Ähnliches schließen.

Seit Jahren bemühen sich Fröhlich und andere um ein gutes Einvernehmen zwischen der Hochschule und ihren Nachbarn. Zusammen mit dem Ordnungsamt wurde überlegt, wie einem Über-die-Stränge-Schlagen entgegengewirkt werden kann. Private Wachdienste wurden enggiert, Schlusszeiten und Telefon-Hotlines eingeführt. „Wir dachten, das Konzept funktioniert“, sagt Fröhlich. Immerhin: „Ich glaube, das Verhältnis zu den Anwohnern ist durch die vielen Gespräche so gut, dass wir auch jetzt eine Lösung finden, um im nächsten Jahr einen verträglichen Rundgang zu garantieren.“ Es müsse verhindert werden, dass Alkoholisierte die ganze Nacht weiterfeiern. „Wir werden wieder Gespräche führen müssen, auf der Suche nach akzeptablen und durchsetzbaren Lösungen, denn das wollen wir nicht wiederhaben.“

Ortsvorsteherin Kerstin Sariç sagt: „Man muss wahrscheinlich immer wieder appellieren.“ Es sei schwierig, weil die Studenten ständig wechselten.“ Ein extra einberufener Runder Tisch habe noch kurz vor dem Fest getagt.

In der Südstadt sei man im Großen und Ganzen froh darüber, die Studenten im Stadtteil zu haben. Aber sie müssten eben auch lernen, dass es ein Umfeld zur Hochschule gibt, in dem Menschen leben.

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