MHK sieht keine schnelle Lösung

Politiker fordern: Radfahren in Karlsaue muss möglich sein - Fällt das Verbot?

Schon früher wurde in der Aue geradelt: Das Gemälde von Louis Kolitz („Radlerin in der Karlsaue“) entstand um 1890/1900.
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Schon früher wurde in der Aue geradelt: Das Gemälde von Louis Kolitz („Radlerin in der Karlsaue“) entstand um 1890/1900.

Einstimmig fordern die Kasseler Stadtverordneten legale Radrouten in der Karlsaue. Wird Radeln im Park bald wieder erlaubt? Die MHK sagt: Es gibt keine schnelle Lösung.

Kassel – Geht es nach den Kasseler Stadtverordneten, soll das Radfahren in der Karlsaue wieder erlaubt werden. Einstimmig votierten sie diese Woche für einen entsprechenden Antrag der Linken. Demnach soll der Magistrat mit der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) über die „Ausweisung von Radrouten in der Karlsaue“ verhandeln, „sodass diese in Zukunft auf festen Strecken problemlos und legal mit dem Rad durchquert werden kann“, wie es heißt.

Damit reagiert das Stadtparlament auf die Entscheidung der MHK, verstärkt Parkaufsichten einzusetzen, die das bereits bestehende Radverbot kontrollieren. Weil es verstärkt zu Beschwerden über Radler gekommen sei, müssen die nun draußen bleiben oder ihr Rad schieben. Viele Kasseler haben dafür kein Verständnis.

Auch Sabine Leidig sieht „keinen Grund, warum es nicht möglich sein sollte, mit dem Rad durch die Aue zu fahren“. Die Bundestagsabgeordnete und Stadtverordnete der Linken sagt: „Ich finde die Haltung der MHK sehr fantasielos und falsch. Probleme sind unbestritten, aber die lassen sich anders lösen.“

Ähnlich sieht man das bei der Stadt. Sie will die im Fahrradstadtplan eingezeichnete Querverbindung durch die Aue nach wie vor legalisieren. Ein Gespräch darüber mit der MHK „wird voraussichtlich noch im Sommer stattfinden“, wie ein Sprecher sagt. Radverbände fordern schon länger eine Lösung. Und selbst die Seniorenbeauftragte der Stadt, Helga Engelke, beklagt zwar eine „hochgradige Zunahme an Konflikten“, findet ein Verbot aber „keine gute Lösung“.

Die MHK ist ebenfalls an Gesprächen mit der Stadt interessiert, wie eine Sprecherin versichert. Sie sagt aber auch: „Da sehr gewichtige juristische Fragestellungen zu klären sind, wird das sicherlich keine schnelle Lösung werden können.“ Zugleich verweist sie auf „die von der Stadt angekündigten Neu-, Um- und Ausbauprojekte“, die „die Karlsaue attraktiver für Radfahrer machen“ könnten. Dies klingt nicht, als könnten Radler die Aue in absehbarer Zukunft legal durchqueren.

Damit hätten auch viele Schüler der Offenen Schule Waldau (OSW) einen weiteren Schulweg. Radeln Mädchen und Jungen aus der Südstadt durch die Aue und das Buga-Gelände, fahren sie laut der Schulelternbeiratsvorsitzenden Sonja Seeger „völlig sicher bis vors Schultor“ – statt etwa über die gefährliche Damaschkebrücke. Weil der Unmut unter Eltern und Schülern groß ist, gab es zuletzt ein Gespräch zwischen OSW und MHK.

Seeger kann die Sichtweise der MHK nun „sehr gut nachvollziehen“, wie sie sagt: „Es ist keine Willkür.“ Schulleiter Manuel Coote hat trotzdem „die begründete Hoffnung auf eine Lösung“. So soll mit der MHK ein Schülerprojekt zur Karlsaue erarbeitet werden. „An dessen Ende könnte eine legale Querung durch die Aue stehen“, hofft Coote.

Die Konflikte zwischen Besuchern, Bewohnern und Verwaltern der Karlsaue sind an diesem Samstag (15 Uhr) übrigens auch Thema einer Führung mit deren Leiter Florian Kahl. Titel: „Warum verbieten wir alles? Die Parkordnung.“ (Matthias Lohr)

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