Stammgäste beharren trotz Verbots auf Reservierung

Auebad: Senioren streiten im Saunabereich um Liegen

Reservieren verboten: Dieser Schilder im Saunabereich des Auebads werden gern ignoriert. Am Montag dieser Woche wurden zwei Frauen, die sich getraut hatten, Handtücher von Stammgästen zu entfernen, von ihren Liegen verwiesen. Foto:  Koch

Kassel. Das Reservieren von Liegen im Saunabereich des Auebads mit Handtüchern ist verboten. Das ist auf mehreren Schildern zu lesen. Doch daran hält sich nicht jeder.

Dennoch geschieht es immer wieder, dass Gäste ihre Handtücher auf den Liegen zurücklassen, um diese vor einer Übernahme durch andere Besucher für sich zu sichern.

So auch wieder geschehen am Montag dieser Woche. Als die 67-jährige Gabriele Fricke und ihre Tochter Johanna sich gegen 10.30 Uhr ausruhen wollten, seien alle Liegen (bis auf eine) mit Handtüchern okkupiert gewesen. Die Besitzer der Handtücher schwitzten derweil offenbar in einer Sauna. Da Mutter und Tochter die Schilder mit dem Reservierverbot sahen, trauten sie sich, ein kleines Handtuch von einer Liege herunterzunehmen, um es auf ein Regal zu legen.

Die Ruhe von Mutter und Tochter dauerte aber nicht lange an. Nach etwa fünf Minuten sei eine Gruppe von zehn Frauen und Männern aus einer Sauna gekommen und empörte sich über die „Dreistigkeit“ der beiden. „Wir seien unmöglich und asozial, sind wir von der Gruppe beschimpft worden“, erzählt Gabriele Fricke. Es sei doch eindeutig, was ein Handtuch auf einer Liege bedeute, hätten sich die Frauen und Männer, alle Stammgäste um die 70 und älter, echauffiert.

Bademeister gerufen

Als Mutter und Tochter auf die Schilder verwiesen, hätte die aufgebrachte Gruppe den Bademeister gerufen. „Der hat meine Tochter und mich dann auch noch von den Liegen verwiesen“, erzählt Gabriele Fricke. „Wir hätten das Schild mit dem Reservierungsverbot missverstanden, sagte der Bademeister zu uns.“ Das nächste Mal sollten wir einfach früher kommen, um uns selbst eine Liege zu reservieren, habe er gesagt. Zudem müssten wir Verständnis dafür aufbringen, dass die Stammgäste doch alle nebeneinander liegen wollten, so die 67-Jährige.

Bei den Städtischen Werken, Betreiberin des Auebads, sieht man das anders. „Grundsätzlich dürfen Liegen nicht reserviert werden. Das ist eine extrem unangenehme Unart von einigen Gästen“, sagt Sprecher Ingo Pijanka. Die Mitarbeiter des Saunabereichs würden dazu angehalten, dieses Verhalten zu unterbinden. Deshalb würden sie mitunter auch Handtücher von den Liegen entfernen. Wenn der Sauna-Mitarbeiter Gabriele und Johanna Fricke von den Liegen verwiesen habe, sei das ein Fehler gewesen, sagt Pijanka. „Das tut uns Leid.“ Der Mitarbeiter bestreitet, dass er die Frauen weggeschickt habe.

Wiedergutmachung

Mutter und Tochter hatten nach dem Vorfall sofort die Sauna verlassen und sich an der Kasse beschwert. Dort hätten sie zur Wiedergutmachung einen Gutschein für einen weiteren Besuch bekommen, sagt Gabriele Fricke.

Mit einer anderen Unart müssen sich die Mitarbeiter der Werke allerdings nicht mehr rumschlagen. In die Sauna des Stadtbads Mitte packten früher einige Stammgäste immer ihre Wurstbrote aus, durch deren Geruch sich andere Gäste belästigt fühlten. Das passiere nicht mehr, so Pikjanka, weil es im Auebad Gastronomie gebe. (use)

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