Auf Supermarkt-Parkplätzen

Sensoren erkennen Parksünder und melden sie: Technik hält auch in Kassel Einzug

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Unübersehbar: An der Einfahrt und an weiteren Stellen weisen große Tafeln auf die Parkplatz-Regeln hin.

Auf vielen Supermarkt-Parkplätzen werden Strafzettel geschrieben, wenn Autofahrer unberechtigt oder zu lange parken. Nun hält in Kassel eine Technik Einzug, die Parksünder meldet. 

Dabei erfassen Sensoren auf jedem einzelnen Parkplatzfeld automatisch, wenn ein Fahrzeug ankommt und wie lange es dort steht. Ist die Parkzeit überschritten, wird eine elektronische Meldung ausgelöst. Dann kommt ein Mitarbeiter jener Dienstleisterfirma, die den Parkplatz im Auftrag der Grundstückseigentümer überwacht, und notiert das Kennzeichen des Parksünders. Denn ein bestimmtes Fahrzeug kann die Technik freilich nicht identifizieren – sondern nur die Parkfläche melden, auf der länger als erlaubt ein Auto steht.

Die unscheinbaren Sensoren haben etwa Größe und Form eines plattgefahrenen Brillenetuis. In Aktion sehen kann man sie in Kassel seit kurzem auf dem Parkplatz des Getränkemarkts an der Frankfurter Straße gegenüber dem Auestadion. Dort ist der Parkdruck sehr groß zu Zeiten, wenn Fußball- oder Eishockeyspiele laufen.

Wie ein plattgefahrenes Brillenetui: So sehen die Sensoren auf dem Untergrund jedes Stellplatzfeldes aus.

Getränkemarkt-Betreiber Robert Aschoff will sich zu der neuen Technik auf der Fläche mit 35 Autostellplätzen lieber nicht  näher äußern: Das Thema sei „negativ besetzt – damit macht man sich keine Freunde“. Nur so viel sagt er: Es gehe nicht gegen Kunden, die vielleicht mal die Parkzeit vergessen hätten. Im Umkehrschluss: Das Problem sind offenbar die Fremd- und Dauerparker.

Auto abstellen auf privaten Parkflächen: Diese Regeln gelten in Kassel Stadt und Kreis

Wie auch andere Einkaufsmärkte, die ihre Parkmöglichkeiten exklusiv für Kunden freihalten wollen, lässt Aschoff die Regeln auf seinem Parkplatzgelände von einem externen Dienstleister überwachen. Das ist in seinem Fall die Firma Park & Control (PAC), die auf der Basis des Hausrechts ihrer Auftraggeber tätig wird.

Wer auf so gemanagten Privatgrundstücken parkt, „unterwirft sich dem Hausrecht und unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen“, erklärt ein Mitarbeiter von PAC gegenüber der HNA. Diese Bedingungen sind auf großen Tafeln an der Einfahrt sowie meist an mehreren anderen Stellen der Parkplätze angeschlagen. Wer dagegen verstößt, wird zur Kasse gebeten.

Welche Höchstparkzeit gilt und wieviel die Überschreitung kostet, ist je nach Standort verschieden. Im Fall des Getränkemarkts sind es 30 Euro, wenn man länger als 90 Minuten parkt. Zwischen Kunden und anderen Parkplatznutzern „machen wir prinzipiell keinen Unterschied“, sagt der PAC-Mann. Von Fall zu Fall verschieden sei es auch, ob nur zu den Ladenöffnungszeiten kontrolliert werde oder auch danach. Das geschehe etwa an Orten, wo eine Parkplatznutzung nach Ladenschluss oder an Wochenenden mit Vermüllungsproblemen einhergehe.

Die neue Sensortechnologie möchte Park & Control zunehmend auf Parkplätzen seiner Kunden einsetzen. Die Signalgeräte werden laut dem Firmenmitarbeiter bombenfest auf den Parkplatzboden geklebt. Sie funktionieren mittels eines elektromagnetischen Feldes und sind mit einer Batterie versehen, die fünf Jahre Lebensdauer hat. 

Dort, wo die Technik im Einsatz sei, hätten die Kundenbeschwerden gegen Strafzettel – die in diesem privatrechtlichen Kontext „Vertragsstrafen“ heißen – abgenommen, sagt der Sprecher. Wenn auf Privatgrund von Einkaufsstätten Parkscheiben vorgeschrieben sind, gibt es regelmäßig Diskussionen mit verärgerten Fahrern, die gegenüber dem Markt-Personal angeblich oder tatsächlich vergessene Parkscheiben geltend machen.

Auch das neben dem Getränkemarkt gelegene Schuhcenter Siemes hat seine Parkflächen an PAC zwecks Kontrollbewirtschaftung verpachtet. Dort funktioniert das aber noch ohne Sensortechnik, sondern wie bisher mit regelmäßigen Kontrollgängen.

Ob das auch so gehandhabt wird, wenn am Ostermontag der KSV Hessen Kassel und der KSV Baunatal gegenüber im Auestadion zu ihrem Rekordspiel auflaufen, vermochte die Siemes-Filialleitung auf Anfrage der HNA nicht zu sagen: „Wir haben das gesamte Parkplatz-Thema ausgelagert.“ Bei PAC war zu dieser Frage kein regional Verantwortlicher zu erreichen.

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