Gerhard Blömeke-Rumpf war 42 Jahre an der Uni

Der Sportsmann der Uni Kassel: Hochschulsport-Chef geht in Ruhestand

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Golf und Badminton sind seine Lieblingssportarten: Gerhard Blömeke-Rumpf war über 40 Jahre lang für den Hochschulsport der Uni Kassel zuständig. 

Fit wie ein Turnschuh in den Ruhestand: Gerhard Blömeke-Rumpf ist auch mit 63 Jahren sportlich in Topform – von Berufs wegen. Mehr als 35 Jahre war er für den Hochschulsport an der Uni Kassel zuständig. Mit ihm verabschiedet sich auch ein Urgestein am Institut für Sport.

1977 kam Blömeke-Rumpf, der gebürtig aus Volkmarsen stammt, als Lehramtsstudent an die damalige Gesamthochschule. Damals ahnte der junge Mann mit Langhaarmähne und Vollbart nicht, dass er bis zur Rente dort bleiben sollte. Ein „Glücksfall“ sei es gewesen, dass er im Anschluss ans Studium 1984 eine Stelle als Dozent und Sportreferent an der Uni bekam, sagt Blömeke-Rumpf. Mit seiner Fächerkombination Sport und Gesellschaftswissenschaften wäre er seinerzeit wohl auf Jahre nicht im Schuldienst untergekommen.

Bereut habe er das keinen Tag, sagt der Harleshäuser. „Solche Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten hätte ich in der Schule nicht gehabt.“ Zu seinen Aufgaben an der Uni gehörte es, das Sportprogramm für jedermann auf die Beine zu stellen, besondere Veranstaltungen und Exkursionen zu organisieren sowie studentische Hochschulmeisterschaften vorzubreiten, zu denen Nachwuchssportler aus ganz Deutschland nach Kassel kamen.

Dabei leistete Blömeke-Rumpf, dessen Markenzeichen bis heute seine kinnlangen Haare sind, auch Aufbauarbeit. Während in den Anfangsjahren gerade mal ein Dutzend Sportarten im Allgemeinen Hochschulsport angeboten wurde, sind heute 140 Kurse im Programm. Neben Klassikern wie Volleyball und Rudern reicht die Bandbreite dabei bis zu Zumba-Fitness, Ultimate Frisbee und dem neuesten Renner Spikeball (eine Art Schmetterball mit Trampolin).

Über die Jahre habe er viele Trends kommen und gehen sehen, sagt der Leiter des Hochschulsports. „Da war auch manches Strohfeuer dabei.“ Die Herausforderung sei, einerseits offen für Neues zu sein und andererseits „nicht jeden Quatsch mitzumachen“. So habe kürzlich jemand Wakesurfen auf der Fulda anbieten wollen. Dabei reitet man hinter einem Boot auf einer künstlichen Welle. Das habe man aus ökologischen Gründen abgelehnt.

Blömeke-Rumpf selbst ist Experte für Rückschlagspiele und hat in jungen Jahren in der zweiten Bundesliga Badminton gespielt. Außerdem ist er leidenschaftlicher Golfer, schwimmt, fährt Mountainbike, geht zweimal die Woche ins Fitnessstudio und macht im Winter Langlauf. Zehn bis 15 Stunden Sport in der Woche dürfen es schon sein für den 63-Jährigen – wohlgemerkt: jenseits der universitären Aktivitäten.

Dass die Grenzen zwischen Hobby und Beruf fließend waren, sei seiner persönlichen „Work-Life-Balance“ zugutegekommen, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder, der privat übrigens ebenso beständig ist wie beruflich: Fast zeitgleich mit dem Start an der Kasseler Hochschule lernte er vor 42 Jahren auch seine spätere Frau kennen.

Neben dem Wunsch, die Menschen in Bewegung zu bringen und Freude zu bereiten, sei es immer sein Anliegen gewesen, über den Sport auch die Identifikation mit der Uni zu stärken, sagt Blömeke-Rumpf – gerade in den Anfangsjahren, als in der Region viele die Nase über die noch junge Reformhochschule rümpften. Nicht nur das Ansehen der Uni, auch die Ausstattung im Sport ist über die Jahrzehnte gewachsen: Das neue Institutsgebäude, das Bootshaus, die Beachvolleyballanlage und die gerade im Bau befindliche zweite Sporthalle sind nur einige Meilensteine. Dass er das miterleben durfte, mache ihn dankbar, sagt der scheidende Hochschulsport-Leiter. Nun kann sein Nachfolger Dr. Tobias Heyer, der bereits seit einigen Jahren im Hochschulsport mitarbeitet, die Erfolgsgeschichte weiter begleiten.

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